Konzert

Herzensangelegenheit – Frank Turner & The Sleeping Souls in Luxemburg

Bild Gepostet am Aktualisiert am

„Let’s grab life by the throat and then live it to pieces.“

Frank Luxemburg 1

An diese Zeile aus dem Song Poetry of the Deed von Folk-Rock und Punk Singer-Songwriter Frank Turner dachten wir wohl, als ebendieser vor einigen Monaten einen Termin mit seinen Sleeping Souls im „den Atelier“ in Luxemburg veröffentlichte. Wir mussten somit nicht lange überlegen und die Tickets waren schon ein paar Monate im Vorfeld gekauft, obwohl der Weg bis nach Luxemburg Stadt satte 300 km für Nina und 500 km für Tiffi zählte. Den Großteil davon bewältigten wir zum Glück gemeinsam. Aber alles egal, für uns war klar, dass es sich definitiv lohnen würde. Zuletzt gesehen hatten wir den selbstbetitelten „skinny half-arsed English country singer“ mit den Sleeping Souls in Viersen beim Eier mit Speck Festival 2014 bzw. beim Highfield 2014 in der Nähe von Leipzig, seitdem nunmehr fast auch schon ein Jahr vergangen ist. Es wurde also mal wieder Zeit.

Die Auftritte von Frank Turner, ob nun solo oder mit den Sleeping Souls, sind uns in den letzten Jahren ganz besonders ans Herz gewachsen und somit zu einer wahren Herzensangelegenheit geworden. Zum ersten Mal live gesehen beim Hurricane 2010, ließen wir von da an schon so einiges stehen und liegen und nahmen diverse Touren so mit, wie es nur eben gerade möglich war. Aber das alles war und ist es sowas von Wert! Zweifelsohne ist Frank mit seinen eingängigen und von Grund auf ehrlichen Texten einer unserer allerliebsten Singer-Songwriter, der einfach nur absolut bodenständig geblieben ist, trotz seines mittlerweile großen Erfolgs (vor allem in seinem Heimatland).

Den Rucksack geschultert und den Schlafsack im Gepäck ging es am 04.06. zunächst in die Eifel, wo eine liebe Freundin sich bereit erklärte, uns für die Nacht zu beherbergen (in diesem Sinne lieben Dank an Susanne, die Britta, Nina und mich aufgenommen hat und auch noch den Fahrdienst übernommen hat :)). Beim Atelier lief alles mehr als relaxt ab: Der Einlass startete pünktlich und sowohl Publikum als auch Personal waren total entspannt. Zudem waren wir nicht die einzigen, die eine relativ lange Anreise auf sich genommen haben – neben vielen Gästen aus Deutschland und Frankreich waren auch so einige Briten anwesend. Pünktlich um 20:30 Uhr trat der Support Act Dreamcatcher auf die Bühne, von denen wir bislang noch nie etwas gehört hatten. Support Acts sind manchmal ja wirklich müßig, aber die Jungs haben Spaß gemacht und die Stimmung gehoben. Die Meute ließ sich jedenfalls zu dem ein oder anderen Singalong hinreißen.

Nach kurzer Umbaupause traten dann endlich Frank Turner & The Sleeping Souls auf die Bühne und starteten postwendend mit dem in Deutschland wohl bekanntesten Songs Recovery. Das Publikum war sofort da, tanzte und sang (brüllte?!) aus vollen Kehlen jede einzelne Zeile mit. Diese Atmosphäre lieben wir einfach auf den Gigs – es ist immer wieder beeindruckend, wie textsicher der Großteil der Besucher auf diesen Konzerten ist. Man fühlt sich immer gleich in sauguter Gesellschaft.

Frank Turner & The Sleeping Souls

Die Textsicherheit wurde bei nahezu allen Songs zelebriert – nur bei den bislang unveröffentlichten Songs war es logischerweise etwas verhaltener. Frank „ermahnte“ uns, auch den neuen Songs Aufmerksamkeit zu schenken, anstatt in dem Moment zu quatschen oder sich ein neues Bier zu besorgen. Wir haben zumindest niemanden entdeckt, der dies getan hat 😉 Get Better war einer der Songs, der vor einigen Wochen von ihm persönlich in Umlauf gebracht wurde, quasi als Entschuldigung dafür, dass die Veröffentlichung des neuen Albums sich länger hingezogen hat als gedacht. Seit heute ist das Release Datum des neuen Albums Positive Songs For Negative People aber bekannt, welches am 7. August 2015 auf den Markt kommen wird. Auch die erste Singleauskopplung The Next Storm wurde an dem Abend beim stets aufmerksamen Publikum getestet – ein wahnsinnig guter Song, der gute Laune versprüht. Auf das neue Album sind wir jedenfalls mehr als gespannt. Während sein vorheriges Werk Tape Deck Heart von düsteren und melancholischen Songtexten lebte, wird das kommende Album einen positiven und wesentlich hoffnungsvolleren Vibe besitzen (wie der Albumtitel ja auch schon aussagt). Folgend ein Video aus Luxemburg von The Next Storm von Rebekka W.:

Neben neuen Songs wurden selbstverständlich auch die „Gassenhauer“ wie The Road, Photosynthesis oder If Ever I Stray zum Besten gegeben. In einem kleinen, ruhigeren Solo-Part spielte er den Opener des neuen Longplayers The Angel Islington, welcher thematisch an das letzte Stück Broken Piano von seinem vorangegangen Album anschließt. Besonders gefreut haben wir uns auch über die Rarität Wisdom Teeth – ein echt toller Song, den er in der letzten Zeit nur selten live gespielt hat. I Am Disappeared, von uns auch gerne als ein Über-Lied bezeichnet, schloss den Solo-Teil wie auch schon bei der letzten Tour derart ab, dass die Sleeping Souls inmitten des Songs wieder einstieg. Auf jeder Show immer wieder ein absoluter Gänsehautfaktor. Hier mal ein kleiner Einblick von Nina (leider nicht komplett):

Nach einer knapp 2-stündigen energiegeladenen Show markierte Four simple Words als letzte Zugabe das Ende des Gigs und gab uns noch einmal den allerletzten Rest. Frank ließ es sich nicht nehmen, ein Bad in der Menge zu nehmen und ordentlich die Crowd zu surfen und ließ sämtliche Gäste letztlich mit einem fetten Grinsen und vielfach triefendnass zurück.

Bei so viel Lob wollten wir zeitweise auch einfach nur Regenbögen kotzen – wir hoffen, ihr verzeiht uns diese übertriebenen Lobeshymnen, die wir aber dennoch komplett gerechtfertigt finden! Wenn ihr solche Art von Musik mögt und Frank Turner & The Sleeping Souls noch nie live gesehen habt, macht es gefälligst. Alle anderen, die schon einmal auf einem solchen Gig zugegen waren, wissen eh wovon wir reden. Die bodenständigen und unfassbar sympathischen Briten sind einfach immer wieder ein Highlight und wir werden auch die kommende Tour sehr gerne wieder mitnehmen.

Sämtlich Infos zu Tour-Terminen, dem neuen Album und allem anderen, findet ihr auf http://frank-turner.com/. Wir jedenfalls fiebern jetzt schon dem Release entgegen und können’s kaum erwarten.

Unser herzlichstes Dankeschön an Frank, Matt, Nigel, Ben und Tarrant für Auftritt 1682!

Nina und Tiffi

Werbeanzeigen

Zauberhafte Abende mit Gisbert zu Knyphausen & der Kid Kopphausen Band

Gepostet am

Gisbert zu Knyphausen und die Kid Kopphausen Band gaben sich unter anderem im Bremer Lagerhaus und im Bahnhof Langendreer in Bochum die Ehre, wo wir ausnahmsweise mal getrennt voneinander im Einsatz waren – aber wir waren uns einig: Es war für uns beide ganz zauberhaft!

Es fällt uns wirklich nicht leicht, die Konzerte in Worte zu fassen… Nicht zuletzt bedingt dadurch, dass das Songwriting von Gisbert wirklich etwas ganz Besonderes ist und wir immer das Gefühl haben, dem mit unseren Worten nicht mal ansatzweise gerecht werden zu können. In seinen Texten jongliert er auf eine so lyrische und gefühlvolle Art und Weise mit der deutschen Sprache, die in der heutigen Zeit unserer Meinung nach so ziemlich einzigartig ist. Dem stehen auch die Songtexte in der damaligen Kombination mit Nils Koppruch nichts nach, die seinerzeit unter dem Namen Kid Kopphausen für Furore sorgten. Bis zu dem plötzlichen und immer noch unfassbaren Tod des ehemaligen Fink-Frontmanns. Diese Tour war nun die letzte, die unter dem Beinamen „Kid Kopphausen“ stattfand, was natürlich verständlich ist, aber dennoch ein seltsam bedrückendes Gefühl weckt.

Gisbert und die Kid Kopphausen Band berührte uns mit einer bunte Mischung der Songs von Kid Kopphausen und den Songs aus Gisberts zwei Soloalben („Gisbert zu Knyphausen“ und „Hurra! Hurra! So nicht.“). Mit „Staub und Gold“ war zudem ein Cover von Nils Koppruch dabei. Der Draht zum Publikum war sofort da und jeder Song wurde frenetisch von den Gästen bejubelt – und das vollkommen zu recht. Singer-Songwriter haben es in Bremen ja nicht immer so leicht, umso toller war die Reaktion des Publikums. Zeitweise ließen wir uns von der Melancholie einlullen, besonders „Kräne“, ohnehin schon eines unserer Lieblinge, hat es uns in der Live-Version nur noch mehr angetan – einfach grandios. Nachstehend besagte Version von der diesjährigen Tour in Freiburg von DiscorporateRec:

Aber auch Songs, die nach vorne gingen, wurden zum Besten gegeben, die das Publikum begeisterten. Wir haben wirklich lange überlegt, aber rückblickend fällt es uns schwer, einzelne Songs wirklich hervorzuheben, weil an dem Abend einfach alles insgesamt perfekt war und einfach gepasst hat. Alles hat sich letztlich zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügt.

Es ärgert uns tierisch, dass wir es beide nicht zum diesjährigen Heimspiel Knyphausen schaffen, welches mittlerweile auch bereits komplett ausverkauft ist. Memo an uns: Nächstes Jahr direkt vormerken. Gisbert kündigte weiterhin auf der Tour ein neues Album an, worauf man sich definitiv freuen darf. Wir sind gespannt und freuen uns jetzt schon riesig drauf!

Ein großes Dankeschön für die zauberhafte Zeit auf den Gigs und auf bald,
Nina und Tiffi

Unfuckingfassbare Stimme – Jesper Munk in Osnabrück

Gepostet am Aktualisiert am

Zugegeben ist uns der vor wenigen Jahren als Wunderknabe und Teenieschwarm betitelte Jesper Munk vorher noch nicht untergekommen. Zumindest nicht bewusst. Na gut, aus dem typischen BRAVO-Alter sind wir auch wirklich raus (auch wenn wir uns meistens nicht unbedingt so verhalten). Daher war es eine typische Spontanentscheidung: Konzertplakat gesehen, kurz mal reingehört, für sehr gut befunden, am 18. April ab zum Gig in die beschauliche Kleine Freiheit in Osnabrück und mal sehen, was der „German Wunderknabe“ aus München so hergibt.

Als wir die Kleine Freiheit betraten, war diese bereits gut gefüllt. Der Support-Act Nick and the Roundabouts war bereits auf der Bühne und anders als man bei dem Bandnamen vielleicht vermuten lässt, besteht die Band lediglich aus zwei Mitgliedern. Sie erzeugten mit Gitarre, Banjo und Mundharmonika unter der Meute eine gepflegte Lagerfeuer-Atmosphäre, die sichtlich zur Zufriedenheit bei dem alterstechnisch überaus gemischten Publikum führte. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal reinzuhören. Und falls sie sich mal in der Nähe befinden, sich die auch mal live anzuschauen, wenn einem nach guter, relativ ruhiger Singer-Songwriter Musik ist. Uns hat die Kombo jedenfalls überzeugt.

Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Bar für ein weiteres Bierchen und einer Zigarette betrat auch schon Jesper Munk samt seiner Band die Bühne und spielten einen munteren Mix aus Blues, Soul, Rock und Folk. Was soll man sagen? Meine Fresse, was für eine unfuckingfassbare Stimme!

Auf diese gehypten Begriffe wie „Wunderknabe“ geben wir nicht so viel (bzw. schreckt uns sowas generell irgendwie eher ab), aber schon nach den ersten drei Songs haben wir uns wahrlich gefragt, warum Jesper Munk bislang nur relativ kleine Venues im Land bespielt. Er hingegen war sichtlich überrascht, dass in Osnabrück überhaupt so viele anwesend waren und bedankte sich mehrfach überschwänglich dafür. Die Jungs sind allesamt super sympathisch und Jesper wirkte teilweise sogar etwas schüchtern auf der Bühne, wozu er nun wirklich so gar keinen Grund hat. Sie haben ihre Sache grandios gemacht, sich auch nicht durch dezentes Rauschen der Lautsprecher aus dem Konzept bringen lassen und große Spielfreude an den Tag gelegt. Gerade bei den ruhigeren Songs kroch uns die Gänsehaut buchstäblich bis in den Nacken. Und das ist weder gelogen, noch soll es übertrieben geschleimt klingen – war einfach so.

IMG_3205

Nach ca. 1 1/2 Stunden, die nach unserem Geschmack viel zu schnell vorbei waren, wurde das Publikum beim letzten Song „Drunk On You“ noch zum Mitsingen animiert, was eine ganz besondere Atmosphäre erzeugte – auch wenn wir uns persönlich beinahe gar nicht getraut haben, seine wunderbare Stimme durch unser Background-Gekrächze zu stören. Hier besagter Song bei TV Noir aus dem Jahr 2013:

Uns bleibt nur zu sagen, dass wir ihn wärmstens empfehlen können und dass wir uns gerne an seine Stimme ankuscheln möchten, wie wir später auf der Fahrt nach Hause mit seinem neuestem Werk „Claim“ im CD-Player feststellten (Merch-Opfer) 😉

Nehmt Eure Beine in die Hand, denn Jesper Munk ist im Sommer noch auf einigen Festivals anzutreffen und geht von Ende Oktober bis Mitte November nochmal auf Tour. Genaue Termine sind natürlich auf seiner Homepage zu finden und auch bei eventim wird einem wie immer geholfen:

http://jespermunk.de/#dates

http://bit.ly/eventim_jesper_munk

Nina & Tiffi

Dann hauchen wir mal Leben in die Bude

Gepostet am Aktualisiert am

Laut und unanständig… ob das so die richtige Wahl war?

Laut und unanständig war jedoch Entertainer, Sänger und Vater Oliver Marc Schulz in der Live Music Hall in Köln. Vorab muss man erwähnen, dass der hausgemachte Clown und unbequeme Beigeschmack von Joko und Klaas erwachsen geworden ist. Den Rest des Beitrags lesen »