Musik

Guy, Will, Jonny, Chris – Coldplay verzaubern Gelsenkirchen

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Der 1. Juni 2016 sollte zu einem besonderen Tag werden. Die britische Rockband Coldplay kündigten sich in der Veltinsarena auf Schalke in Gelsenkirchen an.
Das erste Deutschlandkonzert der aktuellen A Head full of dreams – Europatour.

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, zu erzählen.
Eindrücke, Emotionen und ganz viele Schmetterlinge, werden diesen Beitrag begleiten.
Somit fangen wir mit den kleinen, aber feinen negativen Dingen dieses Abends an. Abgesehen von der katastrophalen Parkplatzsituation ( 15€ für einen Platz im Matsch und gefühlte 3km laufen war schon eine Hausnummer), dominierten die Getränkepreise den Abend. Es ist Coldplay und es ist auf Schalke, somit konnte man 4,20€ für eine Cola gerade noch verschmerzen.
Schlecht wurde einem nur, wenn man einen Blick auf die Merchandiseartikel warf. Zwischen 30€ für ein Tourposter und 85€ für einen Pullover tummelte sich alles in diesem Bereich. Somit war nur ein überteuertes Shirt drin, welches man einfach haben musste.

Da wir die beiden Vorbands leider nicht mitbekommen haben, müsst ihr in den örtlichen Tageszeitungen mal schauen, was ihr darüber findet, sollen aber beide super gewesen sein, den Stimmen im Publikum nach zu urteilen.

Startschuss 21 Uhr
Feuerwerk, Konfetti und los ging dieses Wahnsinnskonzert – begleitet von einer sympathischen Diashow, in welchen Ländern die Band bereits spielte.

Die Band rund um Sänger Chris Martin betrat um 21h die aufwändig gestaltete Bühne der Veltinsarena. Riesige Blumengirlanden schmückten die A-Stage, sowie 2 große Leinwände für die hinteren Ränge.
Ein Mittelsteg reichte fast bis zum Ende des Stadions mit einer kleinen B-Stage, damit jeder Gast des Konzertes von der Band etwas hatte.
Mit A Head full of dreams starteten die Briten in der Abend.
Die Single des gleichnamigen Albums forderte das Publikum in den Rängen zum Aufstehen auf und die ausverkaufte Arena feierte Coldplay.
Ein Lächeln raunte durch die Mengen und jeder schmunzelten, als Chris Martin über den Steg lief und begann zu singen.
Putzig ist er ja schon und hach – dieses Lachen.

Yellow – der Klassiker reihte sich als zweiter Song der Killersetlist in den Abend ein und lud zum Mitsingen ein. Die Xylobands, die es vor jedem Konzert gibt, leuchteten somit in Gelb an den Armen der Zuschauer und begleiteten die Jungs bei vielen Songs durch den Abend. Zudem ist es ja nett, ein hübsches Andenken zu haben und im Nachhinein ist es beeindruckend gewesen, so viele Lichter in der Arena zu sehen.
Weiter ging es mit Every Teardrop is a waterfall, begleitet von Pyrotechnik, Feuerwerk und kleinen neonfarbenden Papiervögelchen.
Irgendwie war es wie ein großer Kindergeburtstag – laut, bunt und sympathisch. The Scientist wurde von Sänger Chris Martin am Klavier begleitet und die Pärchen im Publikum rückten etwas näher zusammen. Kuschlige Stimmung kam jedoch nur kurz auf, denn als nächster Song folgte Paradise, welcher zum Dance- Remix kurzerhand umfunktioniert wurde und die Veltinsarena tanzte.
Einer der Favoriten war aus dem aktuellen Album Birds. Dynamisch und regt zum Mitsingen an.
Chris Martin bewegte sich rhythmisch – zu allen Songs und gab dem Publikum die komplette Show über das Gefühl, etwas Besonderes zu sein.
Man geriet sehr schnell ins Schwärmen.

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Die Briten verließen die Hauptbühne nach dem ersten Set und fanden sich auf der B-Stage am Ende der Halle vor der Nordkurve wieder. EverglowLovers in Japan und Magic wurden zum Besten gegeben.
Sowohl Martins Piano, als auch die Instrumente der restlichen Band wurden durch die Stagehands über den Steg gebracht.
Nach einigen kurzen, aber herzlichen Ansprachen des Sängers, strahlte auch der letzte Besucher des Konzertes und freute sich über diesen gelungenen Abend.
Zurück auf der Hauptbühne ging die Show genauso großartig weiter, wie Sie begonnen hat. Man merkte jedoch, dass die Band auf einige Songs des aktuellen Albums verzichtet hat und mit alten Liedern doppelt punktete.
Clocks und Charlie Brown gehörten ebenso dazu, wie  Fix You. Ein weiteres Highlight war Hymn for the Weekend, trotz des Fehlens von Beyonce kam der Song beim Publikum an und wurde abermals von einem Konfettiregen und Laserspielen untermalt.
Mittelpunkt der Show waren aufeinanderfolgend Viva la Vida und Adventure of a lifetime. Drummer Will Champion gab definitiv Alles, was er hatte. Chris Martin forderte die Menge zum Sit-In auf und das Publikum gehorchte.
Die ausverkaufte Arena tanzte und freute sich über noch mehr Konfetti und Luftballons. Die Band genoss die ausgelassene Stimmung und bedankte sich zu tiefst für die Unterstützung.

Weiter ging es auf der B-Stage, wo der Wunsch in Form einer Videobotschaft erfüllt wurde. In my place. Mit See you soon verabschiedete sich Coldplay bei den Fans und Gitarrist Jonny Buckland durfte einen Part davon singen, schüchtern und zurückhaltend traf er dennoch jeden Ton und ließ sich mehrfach von Chris umarmen. Freundschaft pur.

Die Band verließ kurz die Bühne, jedoch forderten die Fans selbstverstndlich eine Zugabe. Unter Viva la vida – Chören kamen die Jungs nach einer kurzen Pausen zurück mit Amazing Day. Volltreffer.
Aber irgendwie vermisste man dann doch den einen oder anderen Lieblingssong und wurde für das lange Warten belohnt. Das vorletzte Lied des Abends war A Skyfull of Stars, welches mit einem Sternchenregen in den Farben Pink und Weiß unterlegt wurde. Die Xylobands erstrahlten zum letzten Mal an diesem Tag die komplette Location. Zum Abschluss diesen unfassbar tollen Konzertes wurde vom derzeitigen Album das wundervolle Lied Up & Up gespielt. Chris Martin saß am Klavier und unterstütze Jonny beim Gitarrensolo, wo er konnte. Die Briten verabschiedeten sich ausreichend und herzlich mit den Worten Thanks for coming beim gelsenkirchener Publikum und verließen nach rund 2 Stunden die Bühne.

Was soll man als Fazit dazu sagen? Das es eines der besten Konzerte war, die man besucht hatte oder das man definitiv die nächsten 40 Male hingeht. Es war unglaublich.
Ein herzliches Dankeschön an Alle, die diesen Abend zu etwas ganz Besonderem gemacht habe.
Guy Berryman – Bass, Keyboard
Will Champion – Drums, Perkussion
Jonny Buckland – Leadgitarre
Chris Martin – Gesang, Klavier, Rhythmusgitarre

Als persönliches Fazit, muss man sagen, dass es unvorstellbar ist, wie Chris Martin auf der Bühne schwitzt – fanden wir aber toll 🙂

 

Wer Coldplay noch erleben möchte, sollte sich beeilen, die letzten Resttickets für die Konzerte in Berlin und Hamburg sind bei ww.ebay.de oder http://www.viagogo.de zu humanen Preisen zu kaufen. Und geht hin verdammt noch mal!

Verknallte auf Bald-Grüße

 

Photos by Nina Rinke, Funke, Felix B.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hell or Highwater – David Duchovny enttäuscht in Köln

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Kurios….ist wohl das Stichwort.
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Die Erwartungen an einen Hollywoodstar sind deutlich größer, als bei einer Garagenband, die 2x im Jahr spielt – ganz klar. Der große Hype blieb dennoch aus.
David Duchovny, Schauspieler, Schriftsteller und neuerdings auch Versuchsmusiker wollte sich in der Kölner Live Music Hall austoben.
Die Zufallswiedergabe bei Youtube war Schuld an diesem Ausflug ins jecke Köln, die Erwartungen aufgrund diverser Konzertmitschnitte wurden gering gehalten und mit viel Bier würden wir diesen Abend schon überstehen.
Das Debakel fing schon bei Einlass an und nahm seinen Lauf. 19h steht auf der Karte – um 19.30h war dann mal Bewegung in der Schlange.
Macht nichts, ist halt Hollywood und das war okay. Der Regen verzog sich und man bekam wässriges Kölsch für einen guten Preis. Also bisher kein Grund zu meckern.
Supportact war der Gitarrist von Duchovnys Band Weather. Fazit – zufriedenstellend, stimmlich ganz passabel und irgendwie putzig.
Knappe 20min und 2 Zigaretten später wurde der Platz am Eingangsbereich von Security-Leuten geräumt und der Schauspieler fuhr in einem Taxi vor.
3/4 der Fans, die ebenfalls die Umbaupause zum rauchen nutzten, zückten ihre Smartphone und versuchten ein Bild von Herrn Duchovny zu ergattern.
Vergeblich, der Mann winkte ab und nahm die Hand vors Gesicht. Ein echter Hollywoodstar eben.
Die gaffende Menge erfreute sich trotzdem, ihrem Star ein Stückchen näher gekommen zu sein, wir fanden es peinlich.

Nun gut, dass Konzert startete und Duchovny performte seine Songs vom Album Hell or Highwater.
Ja ganz genau,  performen ist hier richtig gesagt. Stimmlich war das nämlich ein absolutes Desaster. Seine Band Weather unterstützte den Neumusiker bestens, einfach tolle Musiker unter falsche Regie.
Immer wieder fing der Gitarrist das stimmliche Chaos auf und übertönte das Gejammer des Hollywoodschauspielers.
Hübschere Worte lassen sich nicht finden und so ganz unter uns, es war einfach nicht geil.
Kleine Anekdoten und Witze seitens Duchovnys brachten zumindest einige Frauenherzen zum Strahlen, jedoch verunsicherte es den Großteil der Konzertbesucher, sodass ein gutes Viertel des Publikums schon nach 40min die Live Music Hall verließen. Wir hielten zumindest bis zum Schluss durch und hatten viel Zeit, um gemütlich noch ein Bier zu trinken und zu hoffen, dass es nicht noch 3 Zugaben gibt – war zum Glück nicht der Fall.
Absolutes Nicht- Highlight war definitiv das Cover eines Bowie-Songs und ja, David Bowie hätte sich das definitiv so nicht gewünscht.
Alles in allem, hätte es noch schlimmer kommen können, aber hey, wir haben den versexten Hank Moody Darsteller mal live gesehen, unter Erfahrung abgespeichert und unter Muss nicht noch mal sein gesichert.
Die einzigen deutschen Worte, mit denen er sich an das Kölner Publikum gewandt hat, waren Mutterf*cker und Arsch, also ganz beeindruckend.

Wir reden das Ganze jetzt nicht noch schlechter, sondern belassen es dabei, dass David Duchovny definitiv ein Charmbolzen mit Sexappeal ist, jedoch sollte er es bei der Schauspielerei belassen und die Musikkarriere an den Nagel hängen.
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Fotos by Martina Goyert

Motherfucking Party – Macklemore & Ryan Lewis

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„We are here, to have a motherfucking dance party“ – das waren die Worte von Ben Haggerty, besser bekannt als Macklemore. Später mehr dazu.

Flüchtig entschieden, mal ein Hip Hop Konzert zu besuchen, fiel die Wahl schnell auf das US-Duo Macklemore & Ryan Lewis. Täglich im Radio gehört und nicht mehr aus dem Kopf bekommen, Hits wie Thrift Shop oder Same Love setzen nicht nur ein politisches Statement, sondern bewirken einen Gute-Laune-Tanzmodus.

Dann endlich war es soweit, das erste Deutschlandkonzert in der Kölner Lanxessarena kündigte sich an und wir hatten Glück, noch ein paar gute Plätze abgreifen zu können. Es war das erste Konzert der European Tour Part 2, welches ausverkauft war.
Somit tingelten wir ins sonnige Köln und erahnten nur die Menschenmassen, die teilweise 19 Stunden für die Show anstanden.
Aus dem Alter sind wir raus, wobei im Nachhinein betrachtet, es definitiv wert wäre, sich für diese Ausnahmeshow so früh, wie möglich anzustellen.

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Das Kölner Publikum beschäftigte sich zwischen den Supportacts mit Smartphone-Geblinke und Laolawellen selbstständig und heizte die Stimmung vorher schon enorm an.

Um 21.30h war es dann soweit, das Licht ging aus und der riesengroße Kindergeburtstag konnte beginnen. Unsagbar große Leinwände waren ständiger Begleiter der Show und boten auch dem Fan in der letzten Reihe eine perfekte Sicht.
Ryan Lewis (Produzent, Musiker, bester Freund und extrem sympathischer Kerl) stand mittig auf einem Podest und stimmte das Publikum auf den Song Light Tunnels ein.
16 000 verrückte Menschen rasteten dann komplett aus, als Entertainer Macklemore aus dem Boden der Bühne erschien und anfing zu performen.
Nach guten 20 Sekunden wurden aus den beliebten Sitzplätzen – Stehplätze und die Arena tanzte.

Sänger und Künstler Ben Haggerty entpuppte sich als wahnsinnig witzig, charmant und publikumsnah.
So – definitiv noch nicht erlebt. Anekdoten und kleine Scherze nahm das Publikum gern entgegen.

I will tell you a little Secret – Brad Pitt is my Cousin

Einer der pesönlichen Favoriten des Abends und Song des neuen Album This Unruly Mess I’ve made. Begleitet von Streichern und ausnahmslos talentierten Tänzerinnen und Tänzern führte Macklemore durch einen großartigen Abend.

Er präsentierte vom aktuellen Album unter anderem Hits wie: BuckshotGrowing UpKevinWhite PrivilegeDance Off und St. Ides.
Zu dem Song St. Ides forderte das Hip-Hop Duo das Publikum auf, ihre Smartphones mal sinnvoll zu nutzen, indem sie ihre Taschenlampe erleuchten ließen. Zudem lud das Lied ein, sich auch auf einem Hip Hop Konzert mal in den Arm zu nehmen.
Der persönliche Favorit des Abends, auch wenn es sehr schwierig ist, sich für einen Song zu entscheiden.

Die ganz großen Hits wie Thrift Shop oder White Walls erreichten das Publikum selbstverständlich noch mehr.
Macklemore und Ryan Lewis zogen sich dekadent einen Pelzmantel über und fegten über die Bühne. Die Fans tanzten sich das letzte bisschen Kraft aus den Rippen. Inmitten dieser ganzen Show suchte der Entertainer Ben wieder einmal die Nähe zu seinem Publikum.
Bei dem Song Let’s eat, verteilte er Kuchen am Bühnenrand und genoss die volle Aufmerksamkeit. Wir dachten uns nur, mein Gott, ist der sympathisch.

Absolutes Highlight und Abschluss des Konzertes war der Song Can’t hold us. In dem dazugehörigen Video gab es Crowdsurfing, Party und Spaß. Und genauso war es. Macklemore verließ die Bühne und stieg auf die Hände seiner Fans. Er performte, als gäbe es kein Morgen mehr.
Nach einer kurzen Pause und viel Applaus, gab es natürlich nicht nur eine Zugabe, sondern 3. Und eine besser als die Andere. Man dachte, es gäbe keine Steigerung mehr, aber die gab es. Macklemore kam mit dem Tanzhit überhaupt und einem spektakulären Kostüm zurück. And we danced. Und ja es tanzten wirklich diese 16 000 Menschen in der Lanxessarena. Anschließend holte er 2 Fans aus der Masse auf die Bühne und forderte die Leute auf, gegeneinander zu tanzen zu einem sogenannten Dance off.
Sehr unterhaltsam, aber man wusste, dass dieser Abend sich dem Ende zuneigen würde. Desto überraschender war das, dass Macklemore und Ryan Lewis diesen Abend mit der aktuellen Single Downtown und Stargast Eric Nally abschlossen.
Eric Nally, der verrückte Typ aus dem Musikvideo; extravagant und völlig abgedreht, trifft es wohl am Besten. Seine Moves auf der Bühne sahen schon irgendwie krankhaft und abgespaced aus, aber er begeisterte jeden einzelnen Fan in Köln.

 

Anbei ein kleiner Einblick in diese unglaubliche Show

Wir verließen das Konzert mit gemischten, jedoch positiven Gefühlen und fragten uns, wann wir Macklemore & Ryan Lewis denn wiedersehen würden…Wir entschieden uns für Dortmund und freuten uns wahnsinnig, in 10 Tagen das Duo nochmal live erleben zu erleben. Deshalb gilt dieser Bericht für beide Konzerte.

Special Thanks to the wonderful Ryan Lewis, the big Macklemore and the fantastic rest.

Photos by Nina Rinke
by Zoe Rain

 

Auf Bald ihr Hübschen

 

 

GLORIA und Support-Act Ben Galliers (be)geisterten in der Weststadthalle Essen

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Jaja, ein besseres Wortspiel ist uns nicht eingefallen und eigentlich dem Auftritt der beiden Bands auch nicht würdig, aber… Ach, lest einfach weiter. Immerhin die Band, über die wir in der laaangen Geschichte unseres Blogs wahrscheinlich am häufigsten berichtet haben.

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Für den 16.10.2015 hatten sich GLORIA in der Weststadthalle in Essen angekündigt und da wir ja ganz schreckliche Wiederholungstäter in sämtlichen Belangen sind und uns bekanntlich so oft wie nur eben möglich zu diversen anstehenden Konzerten besuchen, war der Termin frühzeitig im Kalender geblockt. Die Autobahnen waren zum Ferienende in NRW und gleichzeitigem Ferienbeginn in Niedersachsen und so jedenfalls wahnsinnig angenehm… nicht. Na gut, immerhin hatten die Herren vorher auf Facebook angekündigt, wirr und nackt auf die Bühne zu kommen.

Jedenfalls war das beste Wetter, um sich mal wieder auf ein nettes Konzert zu verkriechen und so der drohenden Herbstdepression den Kampf anzusagen. Dass das klappen würde, war uns irgendwo von Vornherein klar – wir sind ja gar nicht voreingenommen. Bierchen, Zigaretten und das Grinsen im Gesicht also eingepackt und auf in die Weststadthalle.

In den Abend startete Ben Galliers. Kein ganz Unbekannter in Essen, hatte er doch vor einigen Jahren, nachdem er aus seiner Heimat Großbritannien nach Deutschland gekommen war, mal für Rot-Weiß Essen auf dem Platz gestanden. Und in der Hinsicht waren wir zunächst mal eins: Sehr gespannt. Denn ein ehemaliger Fußballprofi, der Musik macht… Diesen Gedanken konnten wir zunächst in unserem Kopf nicht so recht vereinen.* Umso toller, wenn man so umgehauen und mitgenommen wird. Mit Ben und Felix traten nur zwei der eigentlich vierköpfigen Band an, dem spärlichen Platz im Tourbus sei Dank. Aber es wurde liebevoll die Bühne dekoriert mit Foto und selbstgemaltem Bild von Christian und Jonas, die auf der Tour nicht mit dabei sein konnten. Sehr putzig.

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Sie hinterließen mit ihrer Musik trotz dezimierter Anzahl der Bandmitglieder bei uns einen echt bleibenden Eindruck. Die zwei performten einige Songs ihrer Platte Calm Seas Don’t Make Good Sailors, die wir nun auch in den Händen halten. Das zunächst etwas scheue Publikum taute schnell auf und es schien, als wären nicht nur wir mitgerissen worden – zumindest machte es bei der gemeinsamen Gesangseinlage den Eindruck, die aufgenommen und geloopt wurde und somit alle Gäste als Hintergrundchor Teil eines Songs wurden. Vor allem aber hat es uns der Song Harmony angetan, der in den letzten Tagen das ein ums andere Mal in der Dauerschleife lief. Essen war hoffentlich eine der angenehmeren Städte für sie auf der Tour (und auch wirklich stimmungstechnisch vor Stuttgart ;-)), denn sie haben es wirklich verdient. Ihre charmante und humorvolle Art sorgte immer wieder für Lacher und auch durch diverse Rückkopplungen ließen sie sich nicht beeindrucken.

Nach kurzer Umbaupause betraten die nicht weniger charmanten Herren von GLORIA die Bühne und begannen ihr Set zunächst mit dem Song Der Pilot, welcher sich perfekt für den Anfang perfekt eignete. Im Sommer waren wir noch neugierig, wie sich die Songs im Fullband-Arrangement machen würden und hatten hohe Erwartungen. Die wurden ganz und gar nicht enttäuscht. Schon nach dem ersten Song schauten wir uns an und wussten gleich, was die andere dachte: Das wird hier heute Abend sehr, sehr gut. Und das sollte sich bewahrheiten.

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Im Laufe der Show wechselten sich schnellere und ruhigere Songs ab und so gab die Setlist ein in sich sehr stimmiges Bild ab. Songs des Debüts GLORIA und der diesjährigen Platte Geister hielten sich insgesamt die Waage. Man kann ja immer maulen, dass ein bestimmter Song nicht gespielt wird, aber wir waren eigentlich total zufrieden. Über Haut, unserem Lieblingssong des neuen Albums, haben wir uns genauso gefreut wie über Neu beginnen. Letzterer passt vor allem irgendwie gerade sehr gut zu unserer Endzwanziger Krise. Das mal so am Rande.

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Insgesamt betrachtet kamen die Songs sehr kraftvoll daher (Wir hätten da so ´ne Idee: Wie wär’s mit Live-Mitschnitten von der Tour? ;-)). Wer auf den ersten Konzerten der Endlich kombinieren-Tour vor zwei Jahren dabei war, wird auf der diesjährigen Tour vielleicht wie wir festgestellt haben, dass sich eine gewisse Routine eingestellt hat und vieles jetzt sehr viel lockerer und eingespielter wirkt.

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Der Abend lebte neben der tiefsinnigen Musik natürlich auch von den Entertainment-Qualitäten von Klaas und Mark, die zwischen den Songs immer wieder Anekdoten zum Besten gaben. Da sie ja jetzt Licht besitzen in Form von Cluesos Lichttechniker, wird Klaas auf der Tour von ihm gezwungen, ein T-Shirt von ebendiesem unter seinem Hemd tragen und reckte es zu „Werbezwecken“ kurz in die Menge. Zudem wären sie neulich beim Durchzappen darüber gestolpert, dass ein Song von ihnen bei Berlin Tag & Nacht gespielt wurde und nur darauf gewartet wird, dass einer der Laien dieser Reality-Seifenoper einen Song rausbringt, um damit die dümmste Circus HalliGalli-Szene ever damit zu hinterlegen. Jo, darauf warten wir auch. Nicht, dass wir davon jetzt übermäßig Ahnung hätten, aber Jan Leyk bietet sich dafür doch irgendwie auch schon an, oder?

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Aber es wurden auch emotionalere Töne angeschlagen. Vor Eigenes Berlin wird kurz erläutert, dass es nicht immer leicht ist, sich in einer neuen Stadt, einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Die zweite Zugabe und somit der Schlusspunkt des Konzerts wurde mit Gute Nacht, bis morgen gesetzt, welcher einer Freundin der Band, Claudia Kotter, gewidmet wurde. Sie setzte sich bis zu ihrem Tod an Sklerodermie für Organspende ein und gründete zur Aufklärung den Verein Junge Helden. Absolute Gänsehaut. Das Buch von ihr, was dem Song den Namen gab, findet ihr im Übrigen hier.

Wir möchten uns jedenfalls ganz herzlich für den absolut perfekten Abend bedanken!

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Ab zum Ticketdealer eures Vertrauens: Ein paar Termine stehen in den nächsten Wochen noch an.

23.10.2015 Münster, Skaters Palace
24.10.2015 Hamburg, Uebel & Gefährlich (ausverkauft)
25.10.2015 Hamburg, Uebel & Gefährlich
12.11.2015 Rostock, Helgas Stadtpalast
13.11.2015 Leipzig, WERK2 – Kulturfabrik Leipzig e. V. (ausverkauft)

Setlist (korrigiert uns, wenn da was nicht stimmt)

1. Der Pilot
2. Ohne Träume
3. Schwaches Gift
4. Stolpersteine
5. Endlich kombinieren
6. Eigenes Berlin
7. Solange du mich lässt
8. Warten
9. Das, was passiert
10. Haut
11. Kreis
12. Neu beginnen

Erste Zugabe

13. Geister
14. Zu vage
15. Wie sehr wir leuchten

Zweite Zugabe

16. Gute Nacht, bis morgen

 

* Und Kugelblitz Ailton war mit seinem Über-Song Sensation an unserer Einstellung wahrscheinlich nicht ganz unschuldig.

Herzensangelegenheit – Frank Turner & The Sleeping Souls in Luxemburg

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„Let’s grab life by the throat and then live it to pieces.“

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An diese Zeile aus dem Song Poetry of the Deed von Folk-Rock und Punk Singer-Songwriter Frank Turner dachten wir wohl, als ebendieser vor einigen Monaten einen Termin mit seinen Sleeping Souls im „den Atelier“ in Luxemburg veröffentlichte. Wir mussten somit nicht lange überlegen und die Tickets waren schon ein paar Monate im Vorfeld gekauft, obwohl der Weg bis nach Luxemburg Stadt satte 300 km für Nina und 500 km für Tiffi zählte. Den Großteil davon bewältigten wir zum Glück gemeinsam. Aber alles egal, für uns war klar, dass es sich definitiv lohnen würde. Zuletzt gesehen hatten wir den selbstbetitelten „skinny half-arsed English country singer“ mit den Sleeping Souls in Viersen beim Eier mit Speck Festival 2014 bzw. beim Highfield 2014 in der Nähe von Leipzig, seitdem nunmehr fast auch schon ein Jahr vergangen ist. Es wurde also mal wieder Zeit.

Die Auftritte von Frank Turner, ob nun solo oder mit den Sleeping Souls, sind uns in den letzten Jahren ganz besonders ans Herz gewachsen und somit zu einer wahren Herzensangelegenheit geworden. Zum ersten Mal live gesehen beim Hurricane 2010, ließen wir von da an schon so einiges stehen und liegen und nahmen diverse Touren so mit, wie es nur eben gerade möglich war. Aber das alles war und ist es sowas von Wert! Zweifelsohne ist Frank mit seinen eingängigen und von Grund auf ehrlichen Texten einer unserer allerliebsten Singer-Songwriter, der einfach nur absolut bodenständig geblieben ist, trotz seines mittlerweile großen Erfolgs (vor allem in seinem Heimatland).

Den Rucksack geschultert und den Schlafsack im Gepäck ging es am 04.06. zunächst in die Eifel, wo eine liebe Freundin sich bereit erklärte, uns für die Nacht zu beherbergen (in diesem Sinne lieben Dank an Susanne, die Britta, Nina und mich aufgenommen hat und auch noch den Fahrdienst übernommen hat :)). Beim Atelier lief alles mehr als relaxt ab: Der Einlass startete pünktlich und sowohl Publikum als auch Personal waren total entspannt. Zudem waren wir nicht die einzigen, die eine relativ lange Anreise auf sich genommen haben – neben vielen Gästen aus Deutschland und Frankreich waren auch so einige Briten anwesend. Pünktlich um 20:30 Uhr trat der Support Act Dreamcatcher auf die Bühne, von denen wir bislang noch nie etwas gehört hatten. Support Acts sind manchmal ja wirklich müßig, aber die Jungs haben Spaß gemacht und die Stimmung gehoben. Die Meute ließ sich jedenfalls zu dem ein oder anderen Singalong hinreißen.

Nach kurzer Umbaupause traten dann endlich Frank Turner & The Sleeping Souls auf die Bühne und starteten postwendend mit dem in Deutschland wohl bekanntesten Songs Recovery. Das Publikum war sofort da, tanzte und sang (brüllte?!) aus vollen Kehlen jede einzelne Zeile mit. Diese Atmosphäre lieben wir einfach auf den Gigs – es ist immer wieder beeindruckend, wie textsicher der Großteil der Besucher auf diesen Konzerten ist. Man fühlt sich immer gleich in sauguter Gesellschaft.

Frank Turner & The Sleeping Souls

Die Textsicherheit wurde bei nahezu allen Songs zelebriert – nur bei den bislang unveröffentlichten Songs war es logischerweise etwas verhaltener. Frank „ermahnte“ uns, auch den neuen Songs Aufmerksamkeit zu schenken, anstatt in dem Moment zu quatschen oder sich ein neues Bier zu besorgen. Wir haben zumindest niemanden entdeckt, der dies getan hat 😉 Get Better war einer der Songs, der vor einigen Wochen von ihm persönlich in Umlauf gebracht wurde, quasi als Entschuldigung dafür, dass die Veröffentlichung des neuen Albums sich länger hingezogen hat als gedacht. Seit heute ist das Release Datum des neuen Albums Positive Songs For Negative People aber bekannt, welches am 7. August 2015 auf den Markt kommen wird. Auch die erste Singleauskopplung The Next Storm wurde an dem Abend beim stets aufmerksamen Publikum getestet – ein wahnsinnig guter Song, der gute Laune versprüht. Auf das neue Album sind wir jedenfalls mehr als gespannt. Während sein vorheriges Werk Tape Deck Heart von düsteren und melancholischen Songtexten lebte, wird das kommende Album einen positiven und wesentlich hoffnungsvolleren Vibe besitzen (wie der Albumtitel ja auch schon aussagt). Folgend ein Video aus Luxemburg von The Next Storm von Rebekka W.:

Neben neuen Songs wurden selbstverständlich auch die „Gassenhauer“ wie The Road, Photosynthesis oder If Ever I Stray zum Besten gegeben. In einem kleinen, ruhigeren Solo-Part spielte er den Opener des neuen Longplayers The Angel Islington, welcher thematisch an das letzte Stück Broken Piano von seinem vorangegangen Album anschließt. Besonders gefreut haben wir uns auch über die Rarität Wisdom Teeth – ein echt toller Song, den er in der letzten Zeit nur selten live gespielt hat. I Am Disappeared, von uns auch gerne als ein Über-Lied bezeichnet, schloss den Solo-Teil wie auch schon bei der letzten Tour derart ab, dass die Sleeping Souls inmitten des Songs wieder einstieg. Auf jeder Show immer wieder ein absoluter Gänsehautfaktor. Hier mal ein kleiner Einblick von Nina (leider nicht komplett):

Nach einer knapp 2-stündigen energiegeladenen Show markierte Four simple Words als letzte Zugabe das Ende des Gigs und gab uns noch einmal den allerletzten Rest. Frank ließ es sich nicht nehmen, ein Bad in der Menge zu nehmen und ordentlich die Crowd zu surfen und ließ sämtliche Gäste letztlich mit einem fetten Grinsen und vielfach triefendnass zurück.

Bei so viel Lob wollten wir zeitweise auch einfach nur Regenbögen kotzen – wir hoffen, ihr verzeiht uns diese übertriebenen Lobeshymnen, die wir aber dennoch komplett gerechtfertigt finden! Wenn ihr solche Art von Musik mögt und Frank Turner & The Sleeping Souls noch nie live gesehen habt, macht es gefälligst. Alle anderen, die schon einmal auf einem solchen Gig zugegen waren, wissen eh wovon wir reden. Die bodenständigen und unfassbar sympathischen Briten sind einfach immer wieder ein Highlight und wir werden auch die kommende Tour sehr gerne wieder mitnehmen.

Sämtlich Infos zu Tour-Terminen, dem neuen Album und allem anderen, findet ihr auf http://frank-turner.com/. Wir jedenfalls fiebern jetzt schon dem Release entgegen und können’s kaum erwarten.

Unser herzlichstes Dankeschön an Frank, Matt, Nigel, Ben und Tarrant für Auftritt 1682!

Nina und Tiffi

Zauberhafte Abende mit Gisbert zu Knyphausen & der Kid Kopphausen Band

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Gisbert zu Knyphausen und die Kid Kopphausen Band gaben sich unter anderem im Bremer Lagerhaus und im Bahnhof Langendreer in Bochum die Ehre, wo wir ausnahmsweise mal getrennt voneinander im Einsatz waren – aber wir waren uns einig: Es war für uns beide ganz zauberhaft!

Es fällt uns wirklich nicht leicht, die Konzerte in Worte zu fassen… Nicht zuletzt bedingt dadurch, dass das Songwriting von Gisbert wirklich etwas ganz Besonderes ist und wir immer das Gefühl haben, dem mit unseren Worten nicht mal ansatzweise gerecht werden zu können. In seinen Texten jongliert er auf eine so lyrische und gefühlvolle Art und Weise mit der deutschen Sprache, die in der heutigen Zeit unserer Meinung nach so ziemlich einzigartig ist. Dem stehen auch die Songtexte in der damaligen Kombination mit Nils Koppruch nichts nach, die seinerzeit unter dem Namen Kid Kopphausen für Furore sorgten. Bis zu dem plötzlichen und immer noch unfassbaren Tod des ehemaligen Fink-Frontmanns. Diese Tour war nun die letzte, die unter dem Beinamen „Kid Kopphausen“ stattfand, was natürlich verständlich ist, aber dennoch ein seltsam bedrückendes Gefühl weckt.

Gisbert und die Kid Kopphausen Band berührte uns mit einer bunte Mischung der Songs von Kid Kopphausen und den Songs aus Gisberts zwei Soloalben („Gisbert zu Knyphausen“ und „Hurra! Hurra! So nicht.“). Mit „Staub und Gold“ war zudem ein Cover von Nils Koppruch dabei. Der Draht zum Publikum war sofort da und jeder Song wurde frenetisch von den Gästen bejubelt – und das vollkommen zu recht. Singer-Songwriter haben es in Bremen ja nicht immer so leicht, umso toller war die Reaktion des Publikums. Zeitweise ließen wir uns von der Melancholie einlullen, besonders „Kräne“, ohnehin schon eines unserer Lieblinge, hat es uns in der Live-Version nur noch mehr angetan – einfach grandios. Nachstehend besagte Version von der diesjährigen Tour in Freiburg von DiscorporateRec:

Aber auch Songs, die nach vorne gingen, wurden zum Besten gegeben, die das Publikum begeisterten. Wir haben wirklich lange überlegt, aber rückblickend fällt es uns schwer, einzelne Songs wirklich hervorzuheben, weil an dem Abend einfach alles insgesamt perfekt war und einfach gepasst hat. Alles hat sich letztlich zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügt.

Es ärgert uns tierisch, dass wir es beide nicht zum diesjährigen Heimspiel Knyphausen schaffen, welches mittlerweile auch bereits komplett ausverkauft ist. Memo an uns: Nächstes Jahr direkt vormerken. Gisbert kündigte weiterhin auf der Tour ein neues Album an, worauf man sich definitiv freuen darf. Wir sind gespannt und freuen uns jetzt schon riesig drauf!

Ein großes Dankeschön für die zauberhafte Zeit auf den Gigs und auf bald,
Nina und Tiffi

Unfuckingfassbare Stimme – Jesper Munk in Osnabrück

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Zugegeben ist uns der vor wenigen Jahren als Wunderknabe und Teenieschwarm betitelte Jesper Munk vorher noch nicht untergekommen. Zumindest nicht bewusst. Na gut, aus dem typischen BRAVO-Alter sind wir auch wirklich raus (auch wenn wir uns meistens nicht unbedingt so verhalten). Daher war es eine typische Spontanentscheidung: Konzertplakat gesehen, kurz mal reingehört, für sehr gut befunden, am 18. April ab zum Gig in die beschauliche Kleine Freiheit in Osnabrück und mal sehen, was der „German Wunderknabe“ aus München so hergibt.

Als wir die Kleine Freiheit betraten, war diese bereits gut gefüllt. Der Support-Act Nick and the Roundabouts war bereits auf der Bühne und anders als man bei dem Bandnamen vielleicht vermuten lässt, besteht die Band lediglich aus zwei Mitgliedern. Sie erzeugten mit Gitarre, Banjo und Mundharmonika unter der Meute eine gepflegte Lagerfeuer-Atmosphäre, die sichtlich zur Zufriedenheit bei dem alterstechnisch überaus gemischten Publikum führte. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal reinzuhören. Und falls sie sich mal in der Nähe befinden, sich die auch mal live anzuschauen, wenn einem nach guter, relativ ruhiger Singer-Songwriter Musik ist. Uns hat die Kombo jedenfalls überzeugt.

Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Bar für ein weiteres Bierchen und einer Zigarette betrat auch schon Jesper Munk samt seiner Band die Bühne und spielten einen munteren Mix aus Blues, Soul, Rock und Folk. Was soll man sagen? Meine Fresse, was für eine unfuckingfassbare Stimme!

Auf diese gehypten Begriffe wie „Wunderknabe“ geben wir nicht so viel (bzw. schreckt uns sowas generell irgendwie eher ab), aber schon nach den ersten drei Songs haben wir uns wahrlich gefragt, warum Jesper Munk bislang nur relativ kleine Venues im Land bespielt. Er hingegen war sichtlich überrascht, dass in Osnabrück überhaupt so viele anwesend waren und bedankte sich mehrfach überschwänglich dafür. Die Jungs sind allesamt super sympathisch und Jesper wirkte teilweise sogar etwas schüchtern auf der Bühne, wozu er nun wirklich so gar keinen Grund hat. Sie haben ihre Sache grandios gemacht, sich auch nicht durch dezentes Rauschen der Lautsprecher aus dem Konzept bringen lassen und große Spielfreude an den Tag gelegt. Gerade bei den ruhigeren Songs kroch uns die Gänsehaut buchstäblich bis in den Nacken. Und das ist weder gelogen, noch soll es übertrieben geschleimt klingen – war einfach so.

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Nach ca. 1 1/2 Stunden, die nach unserem Geschmack viel zu schnell vorbei waren, wurde das Publikum beim letzten Song „Drunk On You“ noch zum Mitsingen animiert, was eine ganz besondere Atmosphäre erzeugte – auch wenn wir uns persönlich beinahe gar nicht getraut haben, seine wunderbare Stimme durch unser Background-Gekrächze zu stören. Hier besagter Song bei TV Noir aus dem Jahr 2013:

Uns bleibt nur zu sagen, dass wir ihn wärmstens empfehlen können und dass wir uns gerne an seine Stimme ankuscheln möchten, wie wir später auf der Fahrt nach Hause mit seinem neuestem Werk „Claim“ im CD-Player feststellten (Merch-Opfer) 😉

Nehmt Eure Beine in die Hand, denn Jesper Munk ist im Sommer noch auf einigen Festivals anzutreffen und geht von Ende Oktober bis Mitte November nochmal auf Tour. Genaue Termine sind natürlich auf seiner Homepage zu finden und auch bei eventim wird einem wie immer geholfen:

http://jespermunk.de/#dates

http://bit.ly/eventim_jesper_munk

Nina & Tiffi