Konzert

Olli Schulz & Band ownen das Bielefelder Publikum und liefern fulminanten Tourabschluss im Ringlokschuppen

Gepostet am Aktualisiert am

Sowas wollte Olli als Titel doch lesen, oder? Ist aber was Wahres dran.

Nach Frühjahrs- und Festival-Tour hatten Olli Schulz und seine Band, bestehend aus Gisbert zu Knyphausen (Bass), Dennis Becker (Gitarre), Kat Frankie (Backing Vocals), Arne Augustin (Keyboard) und Ben Lauber (Schlagzeug), im Herbst nochmal Bock. Und wir auch. Es musste mal wieder nicht lange überlegt werden, ob wir die Reise in die ostwestfälische Metropole Bielefeld am 08.11.2015 antreten sollten. Und wir wurden selbstverständlich nicht enttäuscht! Der Ringlokschuppen ist ohnehin eine tolle Venue, bei der sich in Sachen Ablauf und Freundlichkeit des Personals noch einige etwas abschauen können und wo wir in unserer Vergangenheit stets auf ein äußerst entspanntes Publikum getroffen sind. Das war auch dieses Mal nicht anders: Es war ein nettes, bunt gemischtes Publikum vertreten – vom Teenie bis hin zum Mittvierziger mit „Olli Schulz Superfan“-Shirt in dezentem Gelb war alles dabei.

DSC_0242-2

Wie schon von der Frühjahrstour gewohnt, gab es keinerlei Vorband und um kurz nach 20 Uhr betraten die Protagonisten des Abends die Bühne. Erkältet und etwas angeschlagen war Olli, ließ sich davon aber nicht den Tourabschluss versauen und während der Show merkte man davon echt nicht das Geringste. Auch eine verstimmte Gitarre, die „…nicht mal für Bielefelder Verhältnisse ausreiche“, tat seiner derbe guten Laune keinen Abbruch. Die große Begeisterung und der Spaß auf der Bühne übertrugen sich schnell auf das Publikum und es wurde eine kurzweiliger und echt starker Gig an diesem Abend.

Olli Bielefeld-5

Bei Ollis Konzerten bekommt man ja grundsätzlich immer ein gesamtes Entertainment-Paket geboten, was dieses Live-Erlebnis zu einem ganz Besonderen macht. Neben der Musik gab er als leidenschaftlicher Geschichtenerzähler wieder liebenswerte und humorvolle Anekdoten aus seinem Leben zum Besten, denen immer ein bestimmter Zauber innewohnt und die nicht zuletzt zeigen, dass er über sich selbst lachen kann. Die Stories wirken nie aufgesetzt oder langweilig und verleihen seinen Shows insgesamt einen ganz besonderen Charme. Dass ihm die Nähe zum Publikum sehr wichtig ist, unterstrich nicht nur ein nicht vorhandener Bühnengraben, sondern die gesamte Interaktion mit dem Publikum erfolgte sozusagen auf Augenhöhe, sei es nun durch Rate-Spielchen oder Tanzeinlagen auf der Bühne mit ein paar Leuten aus dem Publikum. Darüber hinaus zeigte er später große Geduld am Merch-Stand, wo jeder noch so schwachsinnige Selfie- und Autogrammwunsch mit einem Lächeln erfüllt wurde. Die Kombination aus allem macht ihn vor allem eins: Unfassbar sympathisch.

Olli Bielefeld-3

Musikalisch gab es eine Reise durch alle Alben. Ältere Werke wie beispielsweise Wenn die Music nicht so laut wär, Ich dachte, Du bist es oder Ich kenn‘ da ein wurden dargeboten sowie Stücke der aktuellsten Platte wie Als Musik noch richtig groß war, Phase oder So muss es beginnen. Freudentränen vergossen wir beinahe, weil Rückspiegel und Der kleine Bär ihren Weg auf die Setlist gefunden hatten, ebenso wie Feelings aus der Asche, welches den grandiosen Schlusspunkt der Tour und einem absolut gelungenen Abends bildete.

Olli Bielefeld-4

Im nächsten Jahr hat Olli so einiges vor. Es soll ein neues Album in 2016 aufgenommen werden, was uns wirklich wahnsinnig freut und auf das wir jetzt schon sehnsüchtig warten. Anfang des Jahres gibt er sich nach der Auszeit aber zunächst wieder dem TV-Rummel hin und wird mit Jan Böhmermann die Talkshow Schulz & Böhmermann schmeißen. Als große Anhänger des Sanft & Sorgfältig-Formats blicken wir auch diesem total gespannt entgegen. Ja, wir wollten Tickets für eine der ersten Aufzeichnungen. Nein, wir waren nicht erfolgreich. Die f5-Taste an unseren Tastaturen hat ordentlich gelitten, aber es half alles nix – alle Tickets waren innerhalb gefühlter 2 Sekunden vergriffen.

Ein fetter Kuss und ein herzliches Dankeschön jedenfalls für die tollen Stunden in Bielefeld! Wir hoffen, dass Olli seine Erkältung mittlerweile los ist und nach der Tour zwei Tage durchschlafen konnte 😉

DSC_0175-4DSC_0025-1DSC_0220-1DSCN1271-1

 

 

 

 

DSCN1316-1

Advertisements

GLORIA und Support-Act Ben Galliers (be)geisterten in der Weststadthalle Essen

Gepostet am Aktualisiert am

Jaja, ein besseres Wortspiel ist uns nicht eingefallen und eigentlich dem Auftritt der beiden Bands auch nicht würdig, aber… Ach, lest einfach weiter. Immerhin die Band, über die wir in der laaangen Geschichte unseres Blogs wahrscheinlich am häufigsten berichtet haben.

wpid-screenshot_2015-10-17-16-24-28-1.png

Für den 16.10.2015 hatten sich GLORIA in der Weststadthalle in Essen angekündigt und da wir ja ganz schreckliche Wiederholungstäter in sämtlichen Belangen sind und uns bekanntlich so oft wie nur eben möglich zu diversen anstehenden Konzerten besuchen, war der Termin frühzeitig im Kalender geblockt. Die Autobahnen waren zum Ferienende in NRW und gleichzeitigem Ferienbeginn in Niedersachsen und so jedenfalls wahnsinnig angenehm… nicht. Na gut, immerhin hatten die Herren vorher auf Facebook angekündigt, wirr und nackt auf die Bühne zu kommen.

Jedenfalls war das beste Wetter, um sich mal wieder auf ein nettes Konzert zu verkriechen und so der drohenden Herbstdepression den Kampf anzusagen. Dass das klappen würde, war uns irgendwo von Vornherein klar – wir sind ja gar nicht voreingenommen. Bierchen, Zigaretten und das Grinsen im Gesicht also eingepackt und auf in die Weststadthalle.

In den Abend startete Ben Galliers. Kein ganz Unbekannter in Essen, hatte er doch vor einigen Jahren, nachdem er aus seiner Heimat Großbritannien nach Deutschland gekommen war, mal für Rot-Weiß Essen auf dem Platz gestanden. Und in der Hinsicht waren wir zunächst mal eins: Sehr gespannt. Denn ein ehemaliger Fußballprofi, der Musik macht… Diesen Gedanken konnten wir zunächst in unserem Kopf nicht so recht vereinen.* Umso toller, wenn man so umgehauen und mitgenommen wird. Mit Ben und Felix traten nur zwei der eigentlich vierköpfigen Band an, dem spärlichen Platz im Tourbus sei Dank. Aber es wurde liebevoll die Bühne dekoriert mit Foto und selbstgemaltem Bild von Christian und Jonas, die auf der Tour nicht mit dabei sein konnten. Sehr putzig.

wpid-dscn0726.jpg

Sie hinterließen mit ihrer Musik trotz dezimierter Anzahl der Bandmitglieder bei uns einen echt bleibenden Eindruck. Die zwei performten einige Songs ihrer Platte Calm Seas Don’t Make Good Sailors, die wir nun auch in den Händen halten. Das zunächst etwas scheue Publikum taute schnell auf und es schien, als wären nicht nur wir mitgerissen worden – zumindest machte es bei der gemeinsamen Gesangseinlage den Eindruck, die aufgenommen und geloopt wurde und somit alle Gäste als Hintergrundchor Teil eines Songs wurden. Vor allem aber hat es uns der Song Harmony angetan, der in den letzten Tagen das ein ums andere Mal in der Dauerschleife lief. Essen war hoffentlich eine der angenehmeren Städte für sie auf der Tour (und auch wirklich stimmungstechnisch vor Stuttgart ;-)), denn sie haben es wirklich verdient. Ihre charmante und humorvolle Art sorgte immer wieder für Lacher und auch durch diverse Rückkopplungen ließen sie sich nicht beeindrucken.

Nach kurzer Umbaupause betraten die nicht weniger charmanten Herren von GLORIA die Bühne und begannen ihr Set zunächst mit dem Song Der Pilot, welcher sich perfekt für den Anfang perfekt eignete. Im Sommer waren wir noch neugierig, wie sich die Songs im Fullband-Arrangement machen würden und hatten hohe Erwartungen. Die wurden ganz und gar nicht enttäuscht. Schon nach dem ersten Song schauten wir uns an und wussten gleich, was die andere dachte: Das wird hier heute Abend sehr, sehr gut. Und das sollte sich bewahrheiten.

wpid-screenshot_2015-10-17-16-21-24-1-1.png

Im Laufe der Show wechselten sich schnellere und ruhigere Songs ab und so gab die Setlist ein in sich sehr stimmiges Bild ab. Songs des Debüts GLORIA und der diesjährigen Platte Geister hielten sich insgesamt die Waage. Man kann ja immer maulen, dass ein bestimmter Song nicht gespielt wird, aber wir waren eigentlich total zufrieden. Über Haut, unserem Lieblingssong des neuen Albums, haben wir uns genauso gefreut wie über Neu beginnen. Letzterer passt vor allem irgendwie gerade sehr gut zu unserer Endzwanziger Krise. Das mal so am Rande.

wpid-screenshot_2015-10-17-16-28-31-1.png

wpid-screenshot_2015-10-17-16-23-09-1.png

Insgesamt betrachtet kamen die Songs sehr kraftvoll daher (Wir hätten da so ´ne Idee: Wie wär’s mit Live-Mitschnitten von der Tour? ;-)). Wer auf den ersten Konzerten der Endlich kombinieren-Tour vor zwei Jahren dabei war, wird auf der diesjährigen Tour vielleicht wie wir festgestellt haben, dass sich eine gewisse Routine eingestellt hat und vieles jetzt sehr viel lockerer und eingespielter wirkt.

wpid-dscn0853.jpg

wpid-screenshot_2015-10-17-16-30-12-1.png

wpid-dscn0830.jpg

wpid-dscn0769.jpg

Der Abend lebte neben der tiefsinnigen Musik natürlich auch von den Entertainment-Qualitäten von Klaas und Mark, die zwischen den Songs immer wieder Anekdoten zum Besten gaben. Da sie ja jetzt Licht besitzen in Form von Cluesos Lichttechniker, wird Klaas auf der Tour von ihm gezwungen, ein T-Shirt von ebendiesem unter seinem Hemd tragen und reckte es zu „Werbezwecken“ kurz in die Menge. Zudem wären sie neulich beim Durchzappen darüber gestolpert, dass ein Song von ihnen bei Berlin Tag & Nacht gespielt wurde und nur darauf gewartet wird, dass einer der Laien dieser Reality-Seifenoper einen Song rausbringt, um damit die dümmste Circus HalliGalli-Szene ever damit zu hinterlegen. Jo, darauf warten wir auch. Nicht, dass wir davon jetzt übermäßig Ahnung hätten, aber Jan Leyk bietet sich dafür doch irgendwie auch schon an, oder?

wpid-screenshot_2015-10-17-16-09-49-1.png

wpid-dscn0791.jpg

Aber es wurden auch emotionalere Töne angeschlagen. Vor Eigenes Berlin wird kurz erläutert, dass es nicht immer leicht ist, sich in einer neuen Stadt, einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Die zweite Zugabe und somit der Schlusspunkt des Konzerts wurde mit Gute Nacht, bis morgen gesetzt, welcher einer Freundin der Band, Claudia Kotter, gewidmet wurde. Sie setzte sich bis zu ihrem Tod an Sklerodermie für Organspende ein und gründete zur Aufklärung den Verein Junge Helden. Absolute Gänsehaut. Das Buch von ihr, was dem Song den Namen gab, findet ihr im Übrigen hier.

Wir möchten uns jedenfalls ganz herzlich für den absolut perfekten Abend bedanken!

wpid-dscn0818.jpg

wpid-screenshot_2015-10-17-16-12-42-1.png

Ab zum Ticketdealer eures Vertrauens: Ein paar Termine stehen in den nächsten Wochen noch an.

23.10.2015 Münster, Skaters Palace
24.10.2015 Hamburg, Uebel & Gefährlich (ausverkauft)
25.10.2015 Hamburg, Uebel & Gefährlich
12.11.2015 Rostock, Helgas Stadtpalast
13.11.2015 Leipzig, WERK2 – Kulturfabrik Leipzig e. V. (ausverkauft)

Setlist (korrigiert uns, wenn da was nicht stimmt)

1. Der Pilot
2. Ohne Träume
3. Schwaches Gift
4. Stolpersteine
5. Endlich kombinieren
6. Eigenes Berlin
7. Solange du mich lässt
8. Warten
9. Das, was passiert
10. Haut
11. Kreis
12. Neu beginnen

Erste Zugabe

13. Geister
14. Zu vage
15. Wie sehr wir leuchten

Zweite Zugabe

16. Gute Nacht, bis morgen

 

* Und Kugelblitz Ailton war mit seinem Über-Song Sensation an unserer Einstellung wahrscheinlich nicht ganz unschuldig.

Bochum brannte für Johannes Oerding – Zeltfestival 02.09.2015

Gepostet am

Johannes Oerding eroberte das Ruhrgebiet mit Stimme, Humor und ganz viel Charme

„Alles brennt“, so heißt das neue und aktuelle Album des gebürtigen Münsteraners, der am Mittwoch, den 02.09.2015 das Zeltfestival in Bochum besuchte und einen ersten Einblick auf die Oktober- Novembertour gab. Und vorab können wir schon mal sagen, wir freuen uns auf den Herbst.

11954625_830119463776048_3518222890569662682_n

Das Wetter spielte mit, die Currywurst war heiß und lecker und das Bier hatte eine Schaumkrone. Also ein perfekter Start für einen Abend voller Überraschungen. 20min vor Einlass wurde es langsam voll vor dem Stadtwerkezelt und die ersten Fans stürmten die tolle Atmosphäre in Richtung Bühne. Knapp eine Stunde Wartezeit war völlig in Ordnung, man kam mit der ein oder anderen Person ins Gespräch und es fühlte sich familiär an.

Startschuss 20.30

Johannes Oerding startete samt Band und seinem aktuellen Song Wenn du lebst. Sofort suchte er den Bezug zum Publikum, lächelte in viele Smartphones und man merkte direkt, der Mann hat heute richtig Bock. Es wurden zu Beginn der Show alle Erwartungen erfüllt und es war sowohl erschreckend, als auch erstaunlich, wie viele Lieder man mitsingen konnte. Natürlich wurde das aktuelle Album in den Vordergrund gestellt, somit präsentierte Oerding neben der aktuellen Single auch Turbulenzen, Nie wieder Alkohol, Ich will noch nicht nach Hause und Alles brennt.
Zwischen den Liedern erzählte der Star des Abends einige persönliche Dinge über sich und stellte die Band vor, welche sich perfekt in den Abend hineinfühlte und die Backing Vocals auch Backing Vocals blieben ließ, sodass wir die Stimme des Hamburgers hauptsächlich zu hören bekamen.

Um kurz auf das aktuelle Album zurückzugreifen, es ist mit sehr viel Liebe zur Musik geschrieben worden und wie die letzten Stücke von Johannes Oerding griff er selbst zum Stift und ließ persönliche Erfahrungen mit hinein fließen. Man fühlte sich beim ersten Reinhören ein bisschen wie bei Oerding im Wohnzimmer und konnte sich leicht vorstellen, dass er auf seiner Couch mit einer Gitarre sitzt und über seine Heimat oder Turbulenzen im Flieger auf einer Tour singt. Jedenfalls kann man sich bei seinen Texten ein Lächeln nicht verkneifen, da man sich immer mal in so einer besungenen Situation wiederfindet.

Natürlich versucht man das zeitweise anspruchsvolle Publikum des Ruhrgebietes immer bei Laune zu halten, was Johannes Oerding bedingungslos gelang, indem er den Klassiker von Wolfgang Petry Ruhrgebiet zum Besten gab. Spätestens jetzt bewegte sich auch der Rest der Menge und unterstütze ihn stimmlich.

Die bunte Mischung an Songs aus vergangenen Zeiten zog sich über den ganzen Abend und man merkte erst am Ende, dass der ein oder andere persönliche Lieblingssong gar nicht auf der Setlist stand. Mit dabei waren jedoch Morgen, Wo wir sind ist oben, Für immer ab jetzt, Traurig aber wahr und Jemanden wie dich.

Anbei ein kleiner Beitrag zum letztgenannten Lieblingssong

Zur Mitte des Konzertes sprang Johannes über die Wellenbrecher, vergnügte sich im Publikum und auch einer der riesigen Stahlträger, welche dem Zelt zur Stabilisierung dienten, wurde persönlich begrüßt. Ein kurzer Schreckmoment für die begeisterte Menge, als er eben diesen Träger hinauf kletterte und irgendwie dann doch Panik bekam, als er wieder runter musste. Da stellte dann spätestens auch der Allerletzte fest, dass Johannes einfach nur Bock auf Spaß hat und immer noch das Herz eines unbeschwerten jungen Mannes in der Brust schlägt.
Zudem guckte man in ganz viele verliebte Gesichter, ob jung oder alt und Bochum war seinem Charme erlegen.

11949274_830119790442682_919035462711605078_n

Zurück auf der Bühne atmete der Künstler dann auch durch und gab anschließend zu, dass es scheiße hoch war. Er griff zur Gitarre und verabschiedete sich zeitnah mit der Single Alles brennt und einer abschließenden Zugabe. Persönlich fanden wir das Konzert sehr ehrlich und einfach nur schön, sowie zu kurz (das ist ja bekanntlich immer so).
Ein Künstler, der sich weder verstellt oder den Konzertbesuchern etwas vorspielt, sondern sich selbst nicht zu ernst nimmt und das Publikum mit Herzblut und ganz viel Charme verzaubern kann.
Damit möchten wir sagen, dass auch wir mehr als begeistert über Johannes Oerding sind und uns auf den kommenden Herbstmonat freuen.

Auf viele weitere Konzerte

Tiffy und Nina

11222519_830119537109374_1758213082205934413_n

Ein bisschen Schwärmen dürfen auch wir

Wir können euch nur empfehlen, dass ihr unbedingt ein Konzert besuchen müsst, Enttäuschungen sind garantiert Fehlanzeige. Viel Spaß und kuschlige Momente.

Aktuelle Termine, sowie Tickets gibt es hier:

23.10.2015 Batschkapp, Frankfurt
24.10.2015 E-Werk, Köln
25.10.2015 Roxy, Ulm
26.10.2015 Halle02, Heidelberg
02.11.2015 Emslandarena, Lingen
03.11.2015 Ringlokschuppen, Bielefeld
05.11.2015 Capitol, Hannover
06.11.2015 Huyley’s neue Welt, Berlin
09.11.2015 Kulturfabrik, Krefeld
11.11.2015 Stadtgarten, Erfurt
12.11.2015 Jabelmannhalle, Uelzen
14.11.2015 Kongresshalle, Schwerin
15.11.2015 Deutsches Haus, Flensburg
17.11.2015 Arena Halle 2, Chemnitz
18.11.2015 AMO, Magdeburg

11951358_830119807109347_887857452890052148_n  11990485_830119703776024_7447940516713532109_n  11986935_830119773776017_2571273643856218154_n

http://www.johannesoerding.de/

http://www.eventim.de/

https://www.facebook.com/johannesoerding

Glück muss man mal haben – GLORIA beim Bremen Vier-Vorspiel am 03.08.2015

Gepostet am Aktualisiert am

Manchmal muss man halt doch den Hörer in die Hand nehmen, so dachte ich, als ich mich in der letzten Woche an die Strippe hing und mich daran versuchte, bei Bremen Vier Gästelistenplätze für ein exklusives Vorspiel von Gloria zu ergattern. Siehe da – das Glück war mir tatsächlich direkt hold! Zwei Minuten später hatte ich das „Go“ vom äußerst netten Mitarbeiter von Bremen Vier. Ich war wirklich angenehm überrascht, angesichts der Tatsache, dass es nur insgesamt um die 10 Gewinner geben sollte, die jeweils mit einem Anhängsel antanzen durften.

Am 03.08. ging es somit für uns um kurz vor 18 Uhr zum Sender. Da konnte man das gute Wetter draußen auch mal verschmähen und zu „Kellerkindern“ werden, egal. Vom vorherigen Arbeitsmodus noch nicht ganz runter und den quälenden Gedanken „Oh mein Gott, schaffen wir’s überhaupt pünktlich?!“ noch nicht gänzlich abgelegt, ging es schon hoch ins Bremen Vier-Studio, welches natürlich im vierten Stock im Gebäude der kleinsten Rundfunkanstalt der Bundesrepublik aufzufinden ist.

Nach kurzer Studioführung betraten wir das kleine Wohnzimmer, welches die nächste Dreiviertelstunde unser Konzertsaal sein sollte. In der anonymen Masse untergehen war bei 20 Leutchen jedenfalls nicht drin, wie Sänger Klaas wenig später auch noch selber anmerkte. Und wir waren sau gespannt auf ein paar Songs des neuen Albums. Die Single Geister waberte ja schon seit 8-12 Wochen durch die deutsche Radiolandschaft, bevor der Song letztlich vor kurzem endlich als Single erschien. Das gleichnamige Album wurde vorgestern auf den Markt gebracht und die erste Singleauskopplung machte auch vorher schon Bock auf mehr:


Lange mussten wir nicht auf Mark, Klaas & Co. warten, die an diesem Abend ein kleines Akustik-Set zum Besten geben würden und sich an diesem Abend ganz handzahm präsentierten, man sei ja hier schließlich nicht bei Circus HalliGalli. Mark (an dem Abend Akustik-Gitarre und Backing Vocals) und Klaas (Gesang) sind ja durch diverse andere Projekte schon bestens bekannt, das brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht mehr erwähnen. Unterstützt wurden sie von einem Teil ihrer Live-Band, die sich an Keyboard und Percussion bedienten.

Wie die beiden verlauten ließen, sei dies das erste Mal, dass die neuen Songs vor Leuten gespielt werden, die nicht zum Freundes- oder Familienkreis gehören – wobei, so genau könne man das ja gar nicht sagen: Mark kommt schließlich aus Bremen und vielleicht ergab sich da ja noch die ein oder andere Verästelung… Zum Reinkommen wurde aber mit einem Stück der letzten Platte gestartet – Warten. Darauf folgten dann auch schon einige Lieder der neuen Platte: Kreis, wovon seit geraumer Zeit eine Live-Version auf YouTube zu finden ist:


Natürlich wurde auch Geister als aktuelle Single zum Besten gegeben. Unser Favorit an diesem Abend war aber definitiv Haut – ein echt ganz wundervoller Song, der uns im Akustik-Gewand besonders ansprach. Der Arbeitstitel hiervon war anfangs wohl gänzlich anders, über den sie den Mantel des Schweigens warfen – das hätte uns ja doch noch interessiert, aber nun gut 😉 Videos der Session von Kreis und Haut findet ihr glücklicherweise auf der Bremen Vier-Homepage. Überzeugt Euch selbst unter: http://www.radiobremen.de/bremenvier/musik/videos/gloria378.html

Wir glauben, dass Neu beginnen noch gespielt wurde, sind uns aber irgendwie nicht mehr so ganz sicher. Zum Abschluss gab es das Cover einer „total unbekannten Band“, der man doch auch in Deutschland zu Aufmerksamkeit verhelfen und Wind unter den Flügeln verleihen muss und es auf diesem Wege gerne macht. Gemeint war Enjoy the silence von Depeche Mode, welches sie in der Vergangenheit schon des Öfteren darboten. Auf jeden Fall merkte man ihnen die große Leidenschaft zur Musik und die Freude, diese zusammen zu fabrizieren, definitiv an. Zum Glück werden ihre Werke seit ca. 2 Jahren auch mit der Öffentlichkeit geteilt, was zuvor lange Zeit ja nicht der Fall war.

Zwischen den Songs wurde selbstverständlich auch ein wenig gequatscht und die beiden Protagonisten zeigten sich dabei wie gewohnt sympathisch und humorvoll. So erfuhren wir, dass die beiden ihre Songs sowohl allein im dunklen stillen Kämmerlein als auch zusammen im Verbund schreiben. Es sind nicht unbedingt autobiographische Themen, die ihre Songtexte behandeln, sondern menschliche und gesellschaftliche Themen, die jeden Einzelnen betreffen und in denen sich jeder irgendwo wiederfinden kann. Mit einem Augenzwinkern erzählen sie, dass der Prozess derart aussieht, dass Ideen untereinander ausgetauscht werden, woraufhin das große Hauen und Stechen zwischen den beiden beginnt und das Loch der Demütigung sehr tief gegraben werden muss, damit der andere da nicht mehr alleine rauskommt, um die eigenen Songtextideen durchzukriegen. Da fällt auch öfter mal der Spruch: „Das ist ja schlimmer als Achim Reichel.“

Zwar bestand wohl kein großer Druck, das zweite Album so schnell nachzuschießen, sie hatten aber persönlich an sich den Anspruch, den eingeschlagenen Pfad weiterzugehen und den altbekannten roten Faden weiterzuverfolgen. Schon beachtlich, dass sie, obwohl sie zusätzlich so viel um die Ohren haben, schon 2 Jahre nach dem Debüt ein zweites, wieder phänomenales Album rausbringen. Das schaffen selbst viele andere „hauptberufliche“ Bands nicht.

Nach insgesamt 6 Songs verließen wir zufrieden den kleinen, nach dem Mini-Gig extrem aufgeheizten Raum. Wie Klaas und Mark kürzlich in einem Interview bemerkten, sind ihre Lieder dafür gemacht, in sie einzutauchen und für die Dauer in ihnen zu verweilen – Chapeau, bei den an diesem Abend gespielten Songs und mit dem gesamten Album haben sie das absolut erfüllt! Nachdem die Combo mit dem ersten Album viele überrascht hat, birgt der Nachfolger weniger Überraschungsmomente. Es schließt vom gefühlvollen Setting an das erste Werk an, sie bleiben sich und ihrem Sound treu und das ist absolut perfekt so. Wenn es nicht sogar auf diesem Album noch besser gelingt als auf dem ersten.

Die Melodien sind eingängig, die Songtexte sind unserer Meinung nach wieder wundervoll emotional, sensibel und klug, ohne dabei zu pathetisch zu klingen oder Phrasendrescherei zu betreiben. Gesungen mit passender berührender, teilweise melancholisch, heiserer Stimme. Sie behandeln Gefühle, Verletzlichkeit, Träume, Ängste, Hoffnung und schaffen es auf beeindruckende Art und Weise, daran zu erinnern, was im Leben wirklich wichtig ist und welche Fragen man sich stellen sollte. Für uns das perfekte Album zum innehalten, Augen schließen, sich berühren lassen und die Welt einfach mal rechts und links vorbeirauschen lassen, um sich danach ebendiesen Fragen zu widmen.

Vielen lieben Dank jedenfalls für diesen entzückenden und besonderen Abend an Bremen Vier und natürlich an GLORIA! Nach dem Akustik-Gig haben wir, wie Gloria auch, ordentlich Bock auf die „laute“ Tour im Herbst diesen Jahres.

Die Bremen Vier-Vorspielwochen gehen im Übrigen noch weiter. In der nächsten Woche werden Madsen zu Gast sein und auch BOY werden sich noch die Ehre geben. Versucht Euer Glück – es ist ein echt tolles Erlebnis. Informationen gibt es hier: Bremen Vier-Vorspielwochen

Da wir bekanntlich Wiederholungstäter sind, haben wir Tickets für die GLORIA-Tour selbstverständlich schon im Schrank liegen. Wir können sie nur wärmstens empfehlen und sie sind im Herbst bestimmt auch in Eurer Nähe anzutreffen. Die Venues sind nicht allzu riesig, also lohnt es sich wohl, schnell zuzugreifen:

01.10.2015 Kulturzentrum Lagerhaus, Bremen
02.10.2015 Stadtgarten, Erfurt
03.10.2015 Strom, München
04.10.2015 Chaya Fuera, Wien
09.10.2015 Gloria, Köln
10.10.2015 Pavillon, Hannover
11.10.2015 Wizemann, Stuttgart
16.10.2015 Weststadthalle, Essen
17.10.2015 Sankt Peter, Frankfurt
18.10.2015 Astra, Berlin
23.10.2015 Skaters Palace, Münster
24.10.2015 Grünspan, Hamburg
12.11.2015 Helgas Stadtpalast, Rostock
13.11.2015 Werk 2, Leipzig
14.11.2015 Moritzhof, Magdeburg

Tickets gibt’s hier und auch hier.

Aktuelle Informationen findet ihr auf der Homepage und der Facebook-Seite der Band:
http://gloriamusik.de/
https://www.facebook.com/hoertgloria

Mando Diao spielen um die Herzen des Publikums – Deichbrand 2015

Gepostet am Aktualisiert am

Mando Diao finden zurück zu alter Form – ohne Gustaf Norén

20150719_200858

Bitterkalt und unangenehm nass – beschreibt das diesjährige Deichbrandfestival in Nordholz/Cuxhaven wohl am besten. Typisch Norden halt. Etwas zu optimistisch hatten wir an die Gummistiefel nicht gedacht, aber immerhin waren Regenjacken in unserem Repertoire vorhanden. Der Stimmung auf dem Festival tat dies dennoch keinen Abbruch, ist man doch schlechtes Wetter in diesen Breitengraden durchaus gewöhnt.

Mit dabei auf dem diesjährigen Deichbrand waren auch die schwedischen Jungs von Mando Diao. Wir erinnerten uns mit gemischten Gefühlen an die von uns besuchte Tour im November 2014. Zwischen „künstlerisch hochwertig“ und „furchtbar peinlich“ bewegten sich hierbei die Kritiken. Wir selbst waren, nennen wir es mal überrascht, ob positiv oder negativ sei dahin gestellt, da wir mit der Band schon groß geworden sind. Grundsätzlich waren wir vor dem Auftritt auf dem Deichbrand schon skeptisch, da wir kaum einschätzen konnten, was uns nun erwartet – den letzten Rest Berechenbarkeit hatte die Band definitiv mit der Tour im letzten Jahr „eingebüßt“, wenn man diese mit den vorangegangenen Jahren vergleicht. Künstlerische Freiheit und Entfaltung in allen Ehren, aber so ganz wussten wir diese Phase der Band wirklich nicht einzuordnen. Dann der plötzliche Wendepunkt – vor geraumer Zeit wurde im Frühsommer diesen Jahres verkündet, dass Gustaf Norén und die restliche Band getrennte Wege gehen. Ob das jetzt die richtige Entscheidung oder das Ende der schwedischen Rockmusiker sei, zeigte der erste Auftritt in Deutschland mit neuem Gitarristen Jens „Jerre“ Siverstedt…

Jens "Jerre" Siverstedt
Jens „Jerre“ Siverstedt

Jens Siverstedt ist ebenfalls Musiker und Teil des schwedischen Hip Hop Duos Mofeta & Jerre und wurde von Frontmann Björn Dixgård als neues Bandmitglied vorgestellt. Persönliche Meinung? Passt! Er fügte sich überraschend gut in die Band ein.

19.15h – Startschuss für den Neuanfang in Deutschland. Und unser erster Gedanke war: Yes! Sie haben tatsächlich wieder anständige Gitarren in der Hand! Björn begrüßte die Menge, eroberte allein mit seiner kratzig-schönen Stimme die meisten Herzen ganz schnell zurück. Man hatte zu Beginn den Eindruck, dass die Band sich verändert hat, binnen kürzester Zeit. Eine strahlende Band, die Bock hatte, mal wieder Gas zu geben und es wirkte so, als hätten alle auf der Bühne eine tolle Zeit und machten ordentlich Stimmung. Wir nehmen uns an dieser Stelle raus, dass die Wörter „losgelöst“ und/oder „befreit“ ziemlich zutreffend für die Gestik und Mimik der Bandmitgleider ist.

2015-07-19 19.22.03 HDR

Anfangs wurden Klassiker wie Amsterdam, White Wall und Lady zum Besten gegeben. Erstaunlich, keines dieser Lieder tauchte bei der letztjährigen Tour auf, wo hauptsächlich Songs der Platte Aelita gespielt wurden oder eben andere ältere Songs in das Aelita-Stil-Gewand gepresst wurden. Auch die Aufmachung der Show wurde schlicht gehalten und die Musik in den Vordergrund gerückt, ohne unnötig abgespacete Details: Die Band trug schwarz und es gab allenfalls gute Lightshoweffekte. Es ging einfach nur um die gute Musik. An dieser Stelle zuckte man zusammen und erwischte sich selbst dabei, dass man vorsichtig feststellte, dass Mando Diao Gustaf Norén nicht braucht, um an alte Erfolge zu MTV-Zeiten anzuknüpfen. Jedoch merkte man am Bühnenrand Nervosität und einige Unsicherheiten, wie der „neue“ Mann ankommt bzw. ob die Band ohne ihren zweiten Frontsänger überleben kann. Umso erstaunlicher war es, dass niemand im Publikum ein Wort über Gustaf verlor, ein lautes Durchatmen und zufriedene Gesichter waren alles. Die wieder rockigeren Versionen der Songs, so wie sie eben auch sein sollten, liegen uns und dem übrigen Publikum offensichtlich viel näher.

PicsArt_1437401695228  PicsArt_1437401933026  PicsArt_1437402272824  PicsArt_1437402396028

Weiter ging es mit Good Morning, Herr Horst – mein Gott, das letzte Mal vor gefühlten 10 Jahren live gehört – sowie Chiga. Die Setlist komplettierten des Weiteren Song wie Down in the past, Mr. Moon und Love Last Forever. Zum Mädelsklassiker Sweet Wet Dreams riss der regnerisch-graue Himmel dann endlich auf, ebenso wie Björns Jacke. Der Frontmann legte die Gitarre zur Seite und gab sich und seine Hüfte der Musik hin. Björn suchte die Nähe zum Publikum, stieg auf den Wellenbrecher und sang sich für alle kurzzeitig verliebten Frauen die Seele aus dem Leib. Die unschönen Grabscher einiger Fans versuchten wir auszublenden und schämten uns ein wenig… es ist „nur“ ein Job, den er perfekt beherrscht. Zurück auf der Bühne stellte er stolz seine Band vor. Der sonst zurückhaltende Schlagzeuger Patrick „Patso“ Heikinpieti feuerte seinen Frontmann an und forderte das Publikum zum Mitmachen auf. Björn begrüßte zudem Daniel Haglund als Gitarrist und Keyboarder. Carl-Johan Fogelklou begeisterte am Bass und beeindruckenden Backing Vocals und Jens Siverstedt verzauberte ebenfalls an der Gitarre sowie mit einer wirklich mehr als angenehmen Backing Vocals-Stimme. Man bekam den Eindruck, dass sich eine Band wieder gefunden hat, die Spaß an dem hat, was sie auf der Bühne mit einem Lächeln tun. Björn Dixgård gab dennoch mit einer Hochachtung bekannt, dass die Band und Gustaf zukünftig getrennte Wege gehen und er ihm alles Glück der Welt wünsche.

Die ganz großen Hits wie Gloria und Dance with somebody hoben sie sich bis zum Schluss auf und spätestens jetzt bewegten sich die Ärsche des feucht-fröhlichen Publikum nochmal so richtig. Zudem wurde dem Publikum auch noch ein neuer Song präsentiert: Watch me now , begleitet nur mit Akkustik-Gittare und Schlagzeug, war ein absolutes Highlight, was auf gewisse Weise Bock auf mehr macht.

Wir zumindest haben vergessen, wie nass wir eigentlich wurden zum Ende des Konzerts. Die Stimmung war gut, aber es geht noch besser, wenn die schwedischen Herren genau so weitermachen, wie sich sich auf dem Festival präsentiert haben. Ob sie damit an alte Erfolge anknüpfen können, bleibt offen, aber unter uns gesagt, sind wir guter Dinge und sehen dem optimistisch entgegen. Natürlich vermissten wir auch den ein oder anderen Song in der Setlist, aber wann ist das nicht so? Stimmlich kann man Björn Dixgård nach wie vor nichts nachsagen – einfach eine tolle Stimme! Kleiner Wermutstropfen: Der Gesangsanteil von Norén war bei vielen Songs von Mando Diao logischerweise sehr hoch, sodass diese größtenteils ausgespart wurden. Die Präsenz und der Gesang des ehemaligen zweiten Sängers der Band hat uns insgesamt schon ein wenig gefehlt. Einen Charakter wie Gustaf Norén zu ersetzen ist schwer, aber es ist nicht unmöglich. Das Bestmögliche aus dieser Situation zu machen hat die Band mit dem neuen Mitglied jedenfalls mehr als anständig erfüllt. Letztendlich gilt doch das Motto: It’s all about the music – und die war an diesem Abend wahrlich gut! Wir waren davon begeistert wie in früheren Zeiten der Band.

PicsArt_1437402149547  PicsArt_1437403012860  PicsArt_1437402551314

Letzten Endes schließen wir uns Björn an, wünschen Gustaf alles Gute und alles Glück für die Zukunft. Nun blicken wir weiterhin optimistisch in die Festivalsaison und erhoffen uns den dreckigen Garagenrock der Band zurück, den wir vor allem im letzten Jahr so nicht mehr auf dem Schirm hatten. Jedenfalls fuhren wir feucht und zufrieden in die Heimat zurück und bedanken uns auf diesem Wege bei der Band, die so vieles an dem Tag möglich gemacht hat.

Auf ein baldiges Wiedersehen!

Die beiden „Chigas“ Tiffi und Nina

Wir wissen nicht, wie lange das Konzert noch in der Mediathek weilen wird, aber hier könnt ihr es noch in aller Gänze anschauen:

http://www.ardmediathek.de/einslike/N-JOY/Das-ganze-Konzert-von-Mando-Diao/N-JOY/Video?documentId=29645966&bcastId=13740094

Liedermacher und guter Typ – Olli Schulz beim Traumzeit Festival

Gepostet am

Als Musik noch richtig groß war

Es war kalt, es war nass, es war Mitternacht.

Schauplatz des Festival-Tourstarts von Liedermacher Olli Schulz war das alljährliche Traumzeit Festival in Duisburg. Die Location bot nicht nur jede Menge Kultur (alte Hochöfen und so), sondern auch eine unverwechselbare Akustik. Künstler des Abends Oliver Marc Schulz betrat kurz nach Mitternacht mit seiner Band die Bühne der Gießhalle, im Parker – was die herrschenden Temperaturen dort wohl ganz gut widerspiegeln sollte. Die ersten Leute, die dem Bier und Schnaps an dem Abend schon länger gefrönt hatten als wir, gröhlten, forderten Witzchen und ließen ihr Bier fallen, Schulz ignorierte gekonnt mit einer kurzen Begrüßung und begann zu singen. Mit So muss es beginnen, über Phase und Passt schon fühlte man sich in den späten Abend hinein und blickte von Beginn an in viele zufriedene (und Zitat „einfache“) Gesichter. Trotz Kälte ließ Olli seine Jacke fallen und suchte die Nähe zum Publikum.

Olli und Band-3

Bis auf Konfetti und Luftschlangen verzichtet er auf eine unnötig pompöse Show und beeindruckt vielmehr mit Charme, kleinen Anekdoten und schüchternen Tanzdarbietungen. Seine Band wird dabei kontinuierlich mit einbezogen. Bekannte Namen wie unter anderem Gisbert zu Knyphausen und die immer lächelnde und stimmgewaltige Sängerin Kat Frankie wirkten bereits auf Ollis neuestem Werk Feelings aus der Asche mit und waren auch schon bei der Tour im Frühjahr mit an Bord.

Ein Abstecher zu älteren Songs wie So lange einsam und Ich dachte, du bist es (einer unserer absoluten Favoriten unter seinen Songs) boten Abwechslung und es war Zeit sich in den Arm zu nehmen… Mit Bier, welches im Übrigen unseren Geschmack nicht ganz getroffen hat, ging das Ganze noch einfacher. Nachdem Schulz Die Ankunft der Marsianer spielte, konnten sich auch die Gäste auf der Tribüne nicht mehr halten und waren der Spielfreude von ihm und seiner Band schutzlos ausgeliefert.

Natürlich erzählte Schulz zwischen den Songs Geschichten und Lebensweisheiten, passend zu den Liedern. Genauso wie man es kennt und auch erwartet: Langeweile – Absolute Fehlanzeige. Entertainment vom Allerfeinsten, was um die Uhrzeit sicherlich nicht das leichteste gewesen sein muss. Nach einigen Kuppelversuchen unter den Geschlechtern kehrte sicherlich der Ein oder Andere nicht ganz allein in seinen Schlafsack zurück. Außerdem ermahnte er mehrfach das Publikum, nicht im Takt der Musik zu klatschen, da ihn dies aus dem Takt bringt, was ihn für uns nur noch sympathischer machte. Wir als Gitarrenlaien haben sowieso nie verstanden, wie einige Künstler es bewerkstelligen, bei unrhythmischen Geklatsche trotzdem im Takt zu bleiben. Im Fake-Duett mit Sängerin und Gitarristin Kat Frankie gab Olli noch What’s Love von Tina Turner zum Besten. Das Publikum blendete den Unterhalter am Bühnenrand aus und suchte nach der gebürtigen Australierin mit der gewaltigen Stimme. Wir sind uns ziemlich sicher, dass so einige Besucher sich ihren Namen gemerkt haben.

Während der Show forderten einige im Publikum immer wieder lautstark Verhaftet wegen Sexy oder ähnliches, was der Entertainer mehrfach ablehnte und seine tiefgründigen Werke zunächst größtenteils in den Vordergrund rückte, mit welchen er absolut zu begeistern und überzeugen wusste. Die Entscheidung wurde akzeptiert, wenn auch von manchen (Bierseligen? ;)) etwas widerwillig. Der in Berlin lebende Hamburger meisterte den Spagat zwischen Melancholie, Unterhaltungsmusik und humorvollen Einlagen jedenfalls insgesamt perfekt, was definitiv nicht viele Künstler derart schaffen. Trotz der Kälte fühlte man sich nach inmitten des Auftritts genauso wie auf der Tour im März – unterhalten, dankbar und zufrieden.

Mittlerweile verstand auch die Menge, das Handy mal in der Tasche zu lassen und einfach nur zuzuhören. Vom aktuellen Album wurde noch Als Musik noch richtig groß war zum Besten gegeben, live sogar noch um Längen besser als in der Albumversion. Als eine Ode an die Musik regt dieser Song zum Nachdenken an und man erwischt sich dabei, wie man seine eigenen Erlebnisse in dem Metier unweigerlich rekapituliert. Schulz, der mal mit und mal ohne Gitarre auf der Bühne agierte, hatte sich auch Wenn es gut ist auf die Setlist geschrieben – ein unsagbar toller Song, der uns schon bei so manchem Hoch oder auch Tief in den letzten Jahren begleitet hat.

IMG_20150620_134409

Um kurz nach 1 Uhr wurde es unruhiger auf der Bühne, es wurde etwas auf der Setlist rumgestrichen und das Publikum bemerkte, dass der Abend viel zu schnell zu Ende sein sollte. Olli Schulz und seine Band spielten quasi gegen die ablaufende Zeit und gaben mit Wenn die Music nicht so laut wär schlussendlich noch einmal alles. Entäuschung über die vom Festivalveranstalter doch irgendwo undankbar gelegene und kurze Spielzeit war zwar kürzlich vorhanden, aber na gut, schließlich hatte kein Künstler auf diesem Festival einen längeren Slot als 1:15 Stunde bekommen.

Olli widersetzte sich dem dennoch zu unserer aller Freude, kam den lauter werdenden Zugabe-Aufforderungen des Publikums nach und kehrte außerplanmäßig für einige Minuten solo zurück auf die Bühne. Ein Mann, eine Gitarre, eine Bühne. Sein Song Human of the week sorgte noch einmal für einige Lacher, bevor die ungeplante Zugabe mit dem Evergreen Wonderwall von Oasis – ein Klassiker, kennt jeder, liebt jeder – besiegelt wurde. Das wurde vom Publikum selbstverständlich lautstark begleitetet, was dem Herrn Schulz ein Lächeln ins Gesicht zauberte als er die Bühne letztlich verließ. Ganz am Rande noch bemerkt: Von Freunden, die auf dem Hurricane Festival weilten, haben wir uns sagen lassen, dass das Wonderwall-Cover dort noch viel besser kam, spielten doch Noel Gallagher und seine High Flying Birds nebenan mit leichter Überschneidung zu Olli Schulz & Band auf der Blue Stage, welche besagten Song eben nicht gespielt haben.

Unser persönlicher Dank gilt Olli, der den Abend zu unserem gemacht hat und uns dies ermöglicht hat. Ein reibungsloser Ablauf sowie ein fantastischer Start in unsere Festivalsaison. In der Kathedrale unserer Herzen… Ihr wisst schon. Allerliebsten Dank jedenfalls!

Olli und seine Band sind weiterhin auf Festivaltour und spielen Anfang November zudem noch eine weitere kleine Tour, die vielleicht auch in eurer Stadt Halt macht. Geht hin oder ihr seid blöd.

http://www.ollischulz.com/termine/

http://bit.ly/eventim_Olli-Schulz

Wenn die Music nicht so laut wär, dann wär sie auch nur halb so schön

Olli und Band-6

PicsArt_1434973205626

Wir haben es tatsächlich auch noch geschafft, ein tolles Video von Ich dachte, du bist es zu filmen und schön in mediengeilen Portalen hochzuladen:

Olli und Band-9

Auf bald
Tiffi und Nina

Herzensangelegenheit – Frank Turner & The Sleeping Souls in Luxemburg

Bild Gepostet am Aktualisiert am

„Let’s grab life by the throat and then live it to pieces.“

Frank Luxemburg 1

An diese Zeile aus dem Song Poetry of the Deed von Folk-Rock und Punk Singer-Songwriter Frank Turner dachten wir wohl, als ebendieser vor einigen Monaten einen Termin mit seinen Sleeping Souls im „den Atelier“ in Luxemburg veröffentlichte. Wir mussten somit nicht lange überlegen und die Tickets waren schon ein paar Monate im Vorfeld gekauft, obwohl der Weg bis nach Luxemburg Stadt satte 300 km für Nina und 500 km für Tiffi zählte. Den Großteil davon bewältigten wir zum Glück gemeinsam. Aber alles egal, für uns war klar, dass es sich definitiv lohnen würde. Zuletzt gesehen hatten wir den selbstbetitelten „skinny half-arsed English country singer“ mit den Sleeping Souls in Viersen beim Eier mit Speck Festival 2014 bzw. beim Highfield 2014 in der Nähe von Leipzig, seitdem nunmehr fast auch schon ein Jahr vergangen ist. Es wurde also mal wieder Zeit.

Die Auftritte von Frank Turner, ob nun solo oder mit den Sleeping Souls, sind uns in den letzten Jahren ganz besonders ans Herz gewachsen und somit zu einer wahren Herzensangelegenheit geworden. Zum ersten Mal live gesehen beim Hurricane 2010, ließen wir von da an schon so einiges stehen und liegen und nahmen diverse Touren so mit, wie es nur eben gerade möglich war. Aber das alles war und ist es sowas von Wert! Zweifelsohne ist Frank mit seinen eingängigen und von Grund auf ehrlichen Texten einer unserer allerliebsten Singer-Songwriter, der einfach nur absolut bodenständig geblieben ist, trotz seines mittlerweile großen Erfolgs (vor allem in seinem Heimatland).

Den Rucksack geschultert und den Schlafsack im Gepäck ging es am 04.06. zunächst in die Eifel, wo eine liebe Freundin sich bereit erklärte, uns für die Nacht zu beherbergen (in diesem Sinne lieben Dank an Susanne, die Britta, Nina und mich aufgenommen hat und auch noch den Fahrdienst übernommen hat :)). Beim Atelier lief alles mehr als relaxt ab: Der Einlass startete pünktlich und sowohl Publikum als auch Personal waren total entspannt. Zudem waren wir nicht die einzigen, die eine relativ lange Anreise auf sich genommen haben – neben vielen Gästen aus Deutschland und Frankreich waren auch so einige Briten anwesend. Pünktlich um 20:30 Uhr trat der Support Act Dreamcatcher auf die Bühne, von denen wir bislang noch nie etwas gehört hatten. Support Acts sind manchmal ja wirklich müßig, aber die Jungs haben Spaß gemacht und die Stimmung gehoben. Die Meute ließ sich jedenfalls zu dem ein oder anderen Singalong hinreißen.

Nach kurzer Umbaupause traten dann endlich Frank Turner & The Sleeping Souls auf die Bühne und starteten postwendend mit dem in Deutschland wohl bekanntesten Songs Recovery. Das Publikum war sofort da, tanzte und sang (brüllte?!) aus vollen Kehlen jede einzelne Zeile mit. Diese Atmosphäre lieben wir einfach auf den Gigs – es ist immer wieder beeindruckend, wie textsicher der Großteil der Besucher auf diesen Konzerten ist. Man fühlt sich immer gleich in sauguter Gesellschaft.

Frank Turner & The Sleeping Souls

Die Textsicherheit wurde bei nahezu allen Songs zelebriert – nur bei den bislang unveröffentlichten Songs war es logischerweise etwas verhaltener. Frank „ermahnte“ uns, auch den neuen Songs Aufmerksamkeit zu schenken, anstatt in dem Moment zu quatschen oder sich ein neues Bier zu besorgen. Wir haben zumindest niemanden entdeckt, der dies getan hat 😉 Get Better war einer der Songs, der vor einigen Wochen von ihm persönlich in Umlauf gebracht wurde, quasi als Entschuldigung dafür, dass die Veröffentlichung des neuen Albums sich länger hingezogen hat als gedacht. Seit heute ist das Release Datum des neuen Albums Positive Songs For Negative People aber bekannt, welches am 7. August 2015 auf den Markt kommen wird. Auch die erste Singleauskopplung The Next Storm wurde an dem Abend beim stets aufmerksamen Publikum getestet – ein wahnsinnig guter Song, der gute Laune versprüht. Auf das neue Album sind wir jedenfalls mehr als gespannt. Während sein vorheriges Werk Tape Deck Heart von düsteren und melancholischen Songtexten lebte, wird das kommende Album einen positiven und wesentlich hoffnungsvolleren Vibe besitzen (wie der Albumtitel ja auch schon aussagt). Folgend ein Video aus Luxemburg von The Next Storm von Rebekka W.:

Neben neuen Songs wurden selbstverständlich auch die „Gassenhauer“ wie The Road, Photosynthesis oder If Ever I Stray zum Besten gegeben. In einem kleinen, ruhigeren Solo-Part spielte er den Opener des neuen Longplayers The Angel Islington, welcher thematisch an das letzte Stück Broken Piano von seinem vorangegangen Album anschließt. Besonders gefreut haben wir uns auch über die Rarität Wisdom Teeth – ein echt toller Song, den er in der letzten Zeit nur selten live gespielt hat. I Am Disappeared, von uns auch gerne als ein Über-Lied bezeichnet, schloss den Solo-Teil wie auch schon bei der letzten Tour derart ab, dass die Sleeping Souls inmitten des Songs wieder einstieg. Auf jeder Show immer wieder ein absoluter Gänsehautfaktor. Hier mal ein kleiner Einblick von Nina (leider nicht komplett):

Nach einer knapp 2-stündigen energiegeladenen Show markierte Four simple Words als letzte Zugabe das Ende des Gigs und gab uns noch einmal den allerletzten Rest. Frank ließ es sich nicht nehmen, ein Bad in der Menge zu nehmen und ordentlich die Crowd zu surfen und ließ sämtliche Gäste letztlich mit einem fetten Grinsen und vielfach triefendnass zurück.

Bei so viel Lob wollten wir zeitweise auch einfach nur Regenbögen kotzen – wir hoffen, ihr verzeiht uns diese übertriebenen Lobeshymnen, die wir aber dennoch komplett gerechtfertigt finden! Wenn ihr solche Art von Musik mögt und Frank Turner & The Sleeping Souls noch nie live gesehen habt, macht es gefälligst. Alle anderen, die schon einmal auf einem solchen Gig zugegen waren, wissen eh wovon wir reden. Die bodenständigen und unfassbar sympathischen Briten sind einfach immer wieder ein Highlight und wir werden auch die kommende Tour sehr gerne wieder mitnehmen.

Sämtlich Infos zu Tour-Terminen, dem neuen Album und allem anderen, findet ihr auf http://frank-turner.com/. Wir jedenfalls fiebern jetzt schon dem Release entgegen und können’s kaum erwarten.

Unser herzlichstes Dankeschön an Frank, Matt, Nigel, Ben und Tarrant für Auftritt 1682!

Nina und Tiffi